Dicke Luft bei Red Bull! Isack Hadjar könnte nach dem Großen Preis der USA ein unangenehmes Gespräch mit seinen Vorgesetzten gehabt haben, prophezeite zumindest Formel-1-Ikone David Coulthard. Der Franzose hatte sich während des Rennens zunächst geweigert, Teamkollege Max Verstappen vorbeizulassen.
Der Zwischenfall ereignete sich auf dem Circuit of the Americas in Austin. Verstappen war nach einem frühen Boxenstopp hinter Hadjar zurückgefallen. Weil beide Red-Bull-Piloten unterschiedliche Strategien verfolgten, ordnete das Team einen Platztausch in Kurve 12 an.
Doch Hadjar stellte sich zunächst quer. "Ich will keine Rennzeit verlieren. Ich kann Verstappen nicht vorbeilassen. Tut mir leid", funkte der 22-Jährige an seinen Renningenieur. Richard Wood ließ die Ausrede nicht gelten: "Nein, Kumpel, wir werden das jetzt so machen." Erst in Kurve 15 machte Hadjar dann tatsächlich Platz.
Für den früheren Red-Bull-Fahrer David Coulthard ist klar, dass dieser Widerstand ein Nachspiel haben könnte. "Isack wird dafür eine Standpauke bekommen. Diese Diskussion wird er nie wieder führen", erklärte der Schotte. Dann legte er nach: "Für einen Moment hat er vergessen, für wen er arbeitet."
Hadjar selbst kritisierte nach dem Rennen die Kommunikation seines Teams. Der Platztausch habe beide Fahrer Zeit gekostet. Seiner Meinung nach hätte Red Bull die Aktion früher vorbereiten müssen, statt die Anweisung erst während des Rennens zu geben.
Am Ende fuhr Verstappen auf Platz drei, Hadjar wurde Sechster. Für Red Bull hatte die Strategie des Niederländers auch wegen seiner besseren Position im WM-Kampf Vorrang. Ob Hadjar tatsächlich zum Rapport muss, ist noch offen. Coulthard ist jedenfalls überzeugt, dass sich der Franzose eine solche Diskussion künftig zweimal überlegen wird.