Bitteres Timing für George Russell! Ausgerechnet vor dem möglicherweise entscheidenden Formel-1-Rennen im WM-Kampf muss der Mercedes-Star auf die Ersatzbank. Beim Großen Preis von Mexiko darf der Brite im ersten Freien Training nicht ins Cockpit seines Silberpfeils steigen.
Stattdessen übernimmt Mercedes-Ersatzfahrer Frederik Vesti den W17. Hintergrund ist eine verpflichtende Formel-1-Regel: Jeder Stammfahrer muss während der Saison zwei Trainingseinheiten an einen Nachwuchspiloten abgeben. Russell hat diese Pflicht 2026 bislang noch nicht erfüllt, Teamkollege Kimi Antonelli dagegen schon (Barcelona, Ungarn).
Dass Mercedes ausgerechnet Mexiko auswählt, hat einen einfachen Grund. Die Strecke in Mexiko-Stadt ist zu Beginn des Rennwochenendes häufig staubig und bietet wenig Grip. Viele Teams nutzen das erste Training deshalb für ihre verpflichtenden Nachwuchseinsätze. Ab dem zweiten Training darf Russell wieder selbst ans Steuer.
Besonders brisant: Der 28-Jährige kämpft noch um seine letzte rechnerische Chance auf den WM-Titel. Antonelli liegt bereits 123 Punkte vor seinem Mercedes-Teamkollegen, insgesamt sind nur noch 125 Zähler zu vergeben. Russell muss das Rennen in Mexiko gewinnen, um überhaupt noch im Titelrennen zu bleiben.
Doch selbst ein Sieg könnte zu wenig sein. Sollte Antonelli mindestens Neunter werden, wäre ihm der erste WM-Titel seiner Karriere nicht mehr zu nehmen. Gewinnt Russell nicht, ist der Italiener ohnehin Weltmeister. Auch Ferrari-Star Lewis Hamilton hat rechnerisch noch Chancen auf die Krone.
Russell ist in Mexiko nicht der einzige Stammfahrer, der sein Cockpit räumen muss. Aston Martin setzt Jak Crawford ein, bei Audi feiert Nachwuchstalent Freddie Slater sein Debüt in einem offiziellen Formel-1-Training. Für Russell heißt es zunächst zuschauen – und das ausgerechnet vor dem möglichen WM-Showdown.