Am 31. Juli wird Christoph Fälbl (59) in "Der Talisman" in Stockerau auf der Bühne stehen. Für den österreichischen Kabarettisten ein Projekt von vielen. Doch nicht unwichtig, geht es im Stück von Johann Nestroy um Vorurteile.
Der fast 60-Jährige spielt Titus Feuerfuchs, der wird aufgrund seiner roten Haare als "heimtückisch und hinterlistig verschrien", erzählt Fälbl im Gespräch mit "Heute". Mithilfe eines Talismans – Perücken, die ihm verschiedene Identitäten verleihen – steigt er in der oberflächlichen Gesellschaft schnell auf. Doch als seine Täuschung auffliegt, erkennt er die wahre Kostbarkeit: die inneren Werte. "Wenn das dann ein Volltrottel ist, dann nutzt ihm das ganze schöne aussehen nichts", fasst Fälbl treffend zusammen.
Die satirische Posse von Nestroy, ist bis heute eines der meistgespielten Stücke des Wiener Dramatikers. Der Darsteller weiß, warum das Werk noch immer relevant ist: "Heutzutage ist es auch so, dass die Menschen andere Leute wegen ihrer Herkunft, Religion oder dem Aussehen falsch verurteilen", so der Schauspieler zu "Heute".
Mit seinem eignen Äußeren ist der Österreicher mittlerweile zufrieden, nur an seiner Fitness könnte er arbeiten: "Ich habe mich akzeptiert, wie ich bin. Vor allem kann ich es jetzt schwer ändern", lacht der Kabarettist, "aber ich bin auch kein Freund von Verschönerungen, die letztendlich nichts bringen, weil wenn mich jemand nicht mag, ist es sein Problem".
Ein Problem damit, Vaterschaft und seine ganzen Engagements unter einen Hut zu bringen hat der Wiener nicht: "Das geht sich alles aus. Meine Kinder sind die liebenswertesten Menschen. Sie wissen alle das ich für meinen Beruf brenne und sie kommen auch immer wieder zu den Vorstellungen. Das ist schön, dann sehen sie, warum ich manchmal nicht da bin", erklärt er liebevoll.
Stressig wäre es geworden, wenn er das Gloria-Theater übernommen hätte: "Das wäre mit dem Gloria-Theater sehr schwierig geworden, weil ich glaube, dass das sehr arbeitsintensiv ist." Das Interesse war da, leiten wird es schlussendlich Claudia Rohnefeld (wie "Heute" berichtet): "Es ist gut so wie es ist. Claudia Rohnefeld wird das großartig machen. Der Hauptgrund warum ich das übernehmen wollte, war jetzt nicht Eitelkeit, sondern ganz einfach, dass es ein Vorstadttheater ist, wo es hauptsächlich um Unterhaltung geht und das soll die Leute ablenken von ihrem Alltag". Und das ist dem Komiker ein großes Anliegen, denn belehren will er das Publikum nicht.