Er muss Gehalt zurückzahlen

Fake-Lehrer unterrichtete 15 Jahre lang an Schule

5 Jahre lang unterrichtete Christian Mayrhofer ohne Lehrerdiplom. Jetzt muss der 49-Jährige allein in Oberösterreich mehr als 75.000 € zurückzahlen.
22.10.2026, 07:20
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Vom eigenen Haus in Steyr in eine kleine Wohnung nach Wien: Für Christian Mayrhofer (49) hat seine jahrelange Hochstapelei weitreichende Folgen. Der als Fake-Lehrer bekannt gewordene Oberösterreicher muss nach einem Gerichtsurteil 75.513 Euro zurückzahlen. Und das ist nur ein Teil der finanziellen Belastung, die auf ihn zukommt.

Insgesamt 15 Jahre lang stand Mayrhofer laut "Kronen Zeitung" ohne gültigen Lehrabschluss vor Schulklassen. Mit gefälschten Ausbildungsnachweisen hatte er sich Anstellungen in mehreren Bundesländern verschafft. Nun muss er einen Teil seines damaligen Gehalts zurückerstatten.

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Gericht entscheidet gegen 49-Jährigen

Am 8. Oktober entschied das Arbeits- und Sozialgericht Linz zugunsten der Bildungsdirektion Oberösterreich. Mayrhofer wurde zur Rückzahlung von 75.513 Euro verpflichtet. Der Grund: Wegen seines vorgetäuschten Diploms war er in einer höheren Gehaltsstufe eingereiht worden, als ihm ohne entsprechenden Abschluss zugestanden wäre.

Der 49-Jährige hofft nun auf mehr Zeit, um die Forderung begleichen zu können. "Ich hoffe, die Bildungsdirektion Oberösterreich gewährt, dass ich den Betrag bis Ende des Jahres zahlen kann, binnen 14 Tagen geht es sich nicht aus", sagt er zur "Krone".

Fake-Lehrer ärgert sich über Einstufung

Mit dem Ergebnis des Verfahrens ist Mayrhofer unzufrieden. Er hatte darauf gesetzt, dass seine zusätzlichen Aufgaben während seiner Unterrichtstätigkeit bei der Berechnung berücksichtigt werden.

"Ich war Klassenvorstand, Deutsch-Koordinator und Sport-Kustos. Aber das alles wurde nicht angerechnet, ich wurde auf nur etwa 900 Euro eingestuft", erklärt der Oberösterreicher zur "Krone". Neben der Rückforderung kommen weitere finanzielle Verpflichtungen hinzu. Nach eigenen Angaben muss Mayrhofer auch Zinsen sowie Gerichts- und Anwaltskosten tragen.

Zu den 75.513 Euro "kommen etwa 9000 Euro Zinsen, Gerichts- und Anwaltskosten. Da bin ich schon bei mehr als 100.000 Euro für die viereinhalb Jahre Unterricht in Oberösterreich", erklärt der Fake-Lehrer der Tageszeitung.

Haus verkauft, jetzt lebt er auf 40 Quadratmetern

Die finanziellen Folgen haben das Leben des ehemaligen Lehrers grundlegend verändert. Sein Haus in Steyr hat Mayrhofer inzwischen verkauft. Stattdessen wohnt er nun in einer 40 Quadratmeter großen Wohnung in Wien.

"Mir hat mein Anwalt zwar geraten, Rechtsmittel einzulegen, aber irgendwann muss man abschließen. Ich habe mein Haus in Steyr verkauft und lebe in einer 40-Quadratmeter-Wohnung in Wien. Die Garage beim Haus war größer", sagt er zur "Krone".

Mayrhofer will die Angelegenheit damit offenbar hinter sich lassen und die geforderten Beträge begleichen. Auch beruflich steht er vor einer ungewissen Zukunft. Über seinen Fall hat er mittlerweile ein Buch geschrieben, doch davon kann er nach eigenen Angaben nicht leben. "Ich beziehe Notstand", erklärt der gebürtige Mühlviertler der Tageszeitung.

Auch in Wien und NÖ musste er zahlen

Die Rückforderung aus Oberösterreich ist nicht die einzige. Mit seinen gefälschten Unterlagen hatte Mayrhofer auch an Schulen in Wien und Niederösterreich gearbeitet. Dort musste er nach eigenen Angaben ebenfalls Geld zurückzahlen.

"In Wien musste ich für fünf Jahre rund 23.000 Euro und in Niederösterreich für zwei Jahre etwa 30.000 Euro zurückzahlen", sagt der Fake-Lehrer zur "Krone". Zusammengerechnet ergeben die genannten Rückforderungen aus den drei Bundesländern rund 128.500 Euro. Dazu kommen laut Mayrhofer weitere Kosten.

Verlorene Geldbörse brachte alles ans Licht

Aufgeflogen war die Täuschung durch einen ungewöhnlichen Zufall. Im Bezirk Perg verlor Mayrhofer seine Geldbörse. Darin befand sich ein schlecht gefälschter Polizeiausweis.

Bei der Überprüfung seiner Personalien stießen die Behörden schließlich auch auf die falschen Ausbildungsdokumente, mit denen er sich seine Stellen als Lehrer verschafft hatte. Im April 2025 musste er sich deshalb vor Gericht in Linz verantworten.

Wegen Fälschung einer besonders geschützten Urkunde und Erschleichung eines Amtes erhielt er eine bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten. Eine frühere diversionelle Erledigung aus dem Jahr 2011 wegen eines unechten Leumundszeugnisses spielte dabei ebenfalls eine Rolle, berichtet die "Krone".

Will er wieder Lehrer werden?

Trotz allem beschäftigt sich Mayrhofer mit dem Gedanken, seinen fehlenden Ausbildungsabschluss nachzuholen. 2008 war er von der Hochschule ausgeschlossen worden. Für einen neuerlichen Anlauf müsste er nun zusätzliche Anforderungen erfüllen.

"Ich muss jetzt Latein machen, das wäre früher nicht nötig gewesen", erzählt er der "Kronen Zeitung". Ob er danach tatsächlich wieder vor einer Schulklasse stehen möchte, lässt der 49-Jährige offen: "Ich weiß es noch nicht."

Fest steht vorerst nur, dass ihn die finanziellen Folgen seiner gefälschten Diplome weiterhin beschäftigen werden.

wil, 22.10.2026, 07:20
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