Spannende Umfrageergebnisse

Mehrheit gegen Sonntagsöffnung – bis auf eine Stadt

Die einen wollen sie, die anderen gar nicht: Die Sonntagsöffnung ist wild umstritten. Eine Studie liefert jetzt neue Zahlen zu dem heißen Thema.
22.10.2026, 05:00
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Die Diskussion um die Öffnungszeiten im Einzelhandel ist erneut entflammt. Die Argumente pro und kontra sind bekannt. Doch wie beurteilen die Konsumenten selbst eine mögliche Sonntagsöffnung? Das wollte das Institut für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der Linzer Kepler Uni wissen.

Die Ergebnisse von zwei Erhebungen (1.005 bzw. 1.072 Befragte im Alter von 16 bis 74 Jahren): Nur 17 Prozent sprachen sich im November 2024 für längere Öffnungszeiten unter der Woche im Lebensmitteleinzelhandel aus. Vier Prozent waren für früheres Aufsperren und 13 Prozent für längeres Einkaufen am Abend.

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Im Non-Food-Handel (Bekleidung, Elektro, Möbel etc.) zeigte sich ein ähnliches Bild: Hier plädierten 16 Prozent für eine Ausdehnung der Öffnungszeiten. Fünf erklärten, gerne früher einkaufen zu gehen, elf Prozent länger am Abend.

Auch für die Samstage sahen die Kunden nur teilweise Anpassungsbedarf: 19 Prozent würden sich im Food-Handel längere Öffnungszeiten wünschen, fünf Prozent in der Früh und 14 Prozent am Nachmittag bzw. Abend.

Im übrigen Handel sprachen sich 21 Prozent für eine ausgedehnteres Aufsperren auf. Für sechs Prozent sollten die Geschäfte am Samstag früher aufmachen, für 15 Prozent am Nachmittag bzw. Abend länger offenhalten.

Das geteilte Meinungsbild zur Sonntagsöffnung hat sich in den vergangenen zwei Jahren kaum verändert: Im November 2024 waren 64 gegen eine Liberalisierung über die bestehenden Ausnahmeregelungen hinaus. Im Oktober des heurigen Jahres lag der Wert mit 62 nur geringfügig niedriger.

Wien ist anders

Die Diskussionen ums Aufsperren am Sonntag entzünden sich immer wieder an der Bundeshauptstadt. Im Gegensatz zu den weiteren Ländern bestehen in Wien zwar beispielsweise Ausnahmeregelungen an Bahnhöfen, aber keine Tourismuszonen.

Anders als in den Bundesländern befürwortet in der Hauptstadt aber die Mehrheit eine Sonntagsöffnung im Einzelhandel: Im November war es jeder Zweite, mittlerweile ist die Gruppe auf 55 gewachsen.

Eine weiteres Aufmachen könnte die Landkarte des Handelswettbewerbs verändern, erklärt IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller. "Denn mehr Öffnungszeiten bedeuten nicht automatisch mehr Konsum, sondern möglicherweise vor allem eine zeitliche und räumliche Verlagerung der Umsätze zugunsten besonders attraktiver Handelsstandorte."

red, 22.10.2026, 05:00
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