Der Mordfall Jenni S. emotionalisiert, wie kaum ein anderer: Über acht Jahre ist es her, dass die Studentin aus ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau spurlos verschwand. Im Dezember 2025 brach ihr Ex-Freund Mairon K. (33) dann sein jahrelanges Schweigen, legte eine Lebensbeichte ab – und gestand alles.
Schon nach kurzer Beratung fiel am Donnerstag das Urteil in dem aufsehenerregenden Prozess gegen Landschaftsgärtner Mairon K. An der Schuld des Angeklagten bestand für die Geschworenen kein Zweifel, die Staatsanwältin hatte in ihrem Schluss-Statement die Höchststrafe für den 33-Jährigen gefordert. Mairon K. wurde dann auch einstimmig zu lebenslanger Haft verurteilt.
Aufgrund der laut Gutachten "schweren psychischen Störung" des Angeklagten wird davon ausgegangen, dass von dem 33-Jährigen weiterhin eine große Gefahr ausgeht. Er wurde daher in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Der Spruch ist noch nicht rechtskräftig.
Gut gebrieft von Star-Verteidigerin Astrid Wagner hatte sich der Gärtner am Landl zuvor schuldig bekannt – "zu dem Mord an Jenni", wie er stotternd aussagte. Das Geständnis erfolgte "aus eigenem Antrieb, weil er es nicht mehr ausgehalten hat", so Wagner in ihrem Schlussplädoyer.
Zu dem Geständnis war es aber wohl auch gekommen, weil der Druck der Ermittler im Vorjahr immer stärker wurde. Die Mutter des Opfers hatte dem Verdächtigen eine Falle auf einer Datingbörse gestellt. In den Chats mit "Viviane" plauderte der Angeklagte ganz offen über einen "perfekten Mord".
"Acht Jahre lang hat die Mutter ihre Tochter gesucht", so Opfer-Anwalt Andreas Schweizer. "Mit Polizei und Hunden, mit Grabungen, die sie selbst finanziert hat. Er hat alles mitbekommen." Mairon K. habe "bewusst dafür gesorgt, dass er so lange wie möglich nicht entdeckt wird", so Schweitzer.
Der Angeklagte blieb kalt, nur einmal zeigte er kurz Gefühle. "Haben Sie Mitgefühl für das Opfer?", wollte die Richterin wissen. "Ja, es tut mir so leid", so der Angeklagte unter Tränen. "Vor allem für die Familie. Weil ich sie belogen habe. Ich hoffe, dass mir geholfen werden kann."
Schon um 13.15 Uhr hatten sich die Geschworenen zur Beratung zurückgezogen, zuvor hatte der Angeklagte das letzte Wort. "Jennifer war ein wundervoller Mensch. Ich habe Gott gespielt, jemandem das Leben genommen, weil ich seit meiner Kindheit mit psychischen Problemen kämpfe. Ich habe mich gestellt, damit ihre Familie damit abschließen kann." Es sei traurig, "dass mir das passiert ist und dass ich mir nicht früher habe helfen lassen. Das war's."
"Eine Frau ist kein Besitz. Wer eine Frau tötet, soll wissen, dass er mit dem höchstmöglichen Strafmaß rechnen muss. Jenni musste sterben, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte", so die Staatsanwältin abschließend. Weder die Familie des Angeklagten noch die Mutter von Jenni S. waren bei dem Prozess anwesend. Mairon K. soll mit allen Angehörigen gebrochen haben. Die Unschuldsvermutung gilt.