Mehr als acht Jahre nach dem Verschwinden von Jenni S. aus ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau kommt es nun endlich zu dem Prozess gegen Mairon K. (33). Der Ex-Freund der damals 21-Jährigen muss sich Donnerstag (27.8.) und Freitag (28.8.) wegen Mordes am Wiener Landl verantworten. Star-Anwältin Astrid Wagner übernimmt die Verteidigung für den 33-Jährigen – um 9.30 Uhr beginnt am Donnerstag die Verhandlung.
Im Dezember 2025 hatte Mairon K. (33) nach acht Jahren des Schweigens gestanden, am 22. Jänner 2018 seine damals 21-jährige Ex-Freundin Jennifer S. erwürgt und anschließend verscharrt zu haben. Er habe sich durch die Trennung "erniedrigt gefühlt", erklärte er. Auch als sich seine Ex-Freundin nicht mehr rührte, soll ihr der Gärtner noch minutenlang den Hals zugedrückt haben. Danach habe der die Leiche der jungen Frau in eine Kiste gepackt.
Unfassbar: Noch während die Tote in der Kiste bei ihm lag, dürfte er sich laut "Heute"-Infos Instagram am Handy installiert und mit einer anderen Frau gechattet haben. Der Tod von Jenni habe ihn völlig kaltgelassen, heißt es.
"Ich wollte mich ablenken", rechtfertigte sich der Verdächtige. Laut Gutachten geht von dem Mann eine große Gefahr aus, bereits in der U-Haft wurde er in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingeliefert.
Acht Jahre lang schaffte es der Waldviertler, das schreckliche Geheimnis für sich zu bewahren, änderte sogar seinen Namen. Für die Ermittler und die Mutter des Opfers blieb er aber stets der Hauptverdächtige. Doch Mairon K. wurde unvorsichtiger, prahlte in Chats mit dem "perfekten Mord".
Nach Ermittlungen wegen häuslicher Gewalt gegen eine neue Partnerin zog sich die Schlinge dann zu – der Verdächtige gestand schlussendlich die furchtbaren Vorwürfe. Nun droht im lebenslang bzw. die Einweisung in eine Klinik. Die Unschuldsvermutung gilt, ein Urteil soll am Freitag (28.8.) fallen.
Zu Prozessbeginn laden Aktivisten zu einer Mahnwache in den Ostarrichipark gegenüber dem Wiener Landesgerichts in der Alser Straße 7. Unter dem Motto "Gerechtigkeit für Jenni und alle Opfer von Femiziden und Gewalt gegen Frauen" wollen die Teilnehmer zugleich auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen und politische Konsequenzen einfordern.