"Kein Zugriff auf Geld"

Falsche Polizisten– Millionenbeute verschwand in Türkei

Ein 40-Jähriger steht in Wien vor Gericht, die Bande soll Senioren um Geld und Wertsachen in Millionenhöhe gebracht haben – nun gibt's die Rechnung.
Thomas Peterthalner
28.04.2026, 14:11
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Der Trick ist altbekannt, dennoch überraschend, wie oft er noch immer funktioniert – und wieviel Geld damit erbeutet wird. Nun stand ein Türke (40) Dienstag (28.4.) am Wiener Landl vor Gericht – er soll zu einer Bande gehört haben, die als falsche Polizisten Senioren abzockte. Der Schaden soll Millionen Euro betragen.

Anrufe aus Callcenter

Laut Staatsanwaltschaft wurden betagte Pensionisten gezielt angerufen. "Sie wurden um ihre Lebensersparnisse gebracht", so der Staatsanwalt. Was die Opfer nicht wussten: Die Anrufe kamen mutmaßlich aus einem Callcenter in der Türkei. Den Senioren wurde von angeblichen Einbrechern oder korrupten Bankbeamten erzählt, die es auf ihre Wertsachen und ihr Geld abgesehen hätten.

Opfer um 1 Million Euro gebracht

In einem Fall soll ein Opfer sogar um eine Million Euro gebracht worden sein. Der Angeklagte soll Botendienste übernommen, Opfer observiert und die Beute weitergeleitet haben. Das Geld sei anschließend in die Türkei transferiert worden – dort haben die Behörden keinen Zugriff mehr auf das Geld.

"War nur Security"

Vor Gericht verwickelte sich der 40-Jährige in Widersprüche. Zunächst erklärte er sich für nicht schuldig. Kurz darauf änderte er seine Verantwortung, meinte: "Ja, ich bin schuldig." Später relativierte er erneut und behauptete, er habe von den Betrügereien nichts gewusst. Seine Version: Er sei als Security engagiert gewesen. Auch bei einem angeblichen Handtaschenraub habe er nur helfen wollen. "Die Tasche wurde dann der Frau nach Hause gebracht", so der Angeklagte.

"Er wusste, um was es geht"

Der Richter zeigte sich skeptisch. Auch zwei bereits verurteilte Komplizen widersprachen der Darstellung. Einer sagte klar: "Der Angeklagte wusste von Anfang an, worum es geht." Ein Kriminalbeamter verwies auf DNA-Spuren und Telefon-Auswertungen. Der angebliche Raub sei fingiert gewesen.

Ermittler musste lachen

Als der Richter die Aussage des Angeklagten wiedergab, er habe die Frau beschützt, reagierte der Ermittler mit Gelächter. Ein Urteil gab es vorerst nicht. Ein wichtiger Zeuge war nicht vor Gericht erschienen, die Verhandlung wurde auf den 28. Mai vertagt. Die Unschuldsvermutung gilt!

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