Der Wiener Westbahnhof gilt als Drogen- und Alkohol-Hotspot. Auch das Innenministerium warnte bereits im vergangenen Jahr. In der Gegend sind immer mehr Drogensüchtige unterwegs, auch das Primärversorgungszentrum Wien-West verzeichnete einen Anstieg an Suchtpatienten.
Laut Polizei könnte ein Grund für die Verlagerung der Suchtszene in Richtung Westbahnhof die verstärkten Kontrollen bei der U6-Station Gumpendorfer Straße sein. Man reagiere laufend auf solche Verdrängungseffekte und analysiere die Lage vor Ort, heißt es seitens der Exekutive.
Anrainer in der Palmgasse berichteten etwa, dass sich Süchtige in den Hauseingängen Spritzen setzen, es komme zu Sachbeschädigungen und Verunreinigungen. Auch die Stadt Wien und Landespolizeidirektion berichten von einer Vielzahl an Herausforderungen.
Betroffen sind etwa der Europaplatz, der Bereich rund um das Stationsgebäude der Wiener Linien, der Helga-Pollak-Kinsky-Park und der Christian-Broda-Platz. Die Anzahl der Menschen, die vor Ort durch übermäßigen Konsum von Alkohol auffallen, sei schwankend und überschaubar, heißt es.
Dennoch wird am und um den Westbahnhof eine Alkoholverbotszone eingerichtet. Beamte in Uniform sollen die Zone kontrollieren, dass das Alkoholverbot auch eingehalten wird. Beim ersten Verstoß werden meist 70 Euro fällig, im Wiederholungsfall können bis zu 700 Euro verhängt werden. Alkoholische Getränke werden abgenommen und entsorgt.
Laut der Stadt wurden in den vergangenen Jahren bereits eine Vielzahl an repressiven, sozialarbeiterischen sowie infrastrukturellen Maßnahmen gesetzt. Auch rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße sind zahlreiche Maßnahmen geplant.
"Dieses Maßnahmenpaket ist das Ergebnis einer guten und konsequenten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Wiener Polizei. Denn Sicherheit entsteht dort, wo alle an einem Strang ziehen", erklärt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl betont: "Die vorliegende Alkoholverbotszone sowie die weiteren Maßnahmen sind nötig, um Gewalttaten vorzubeugen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Polizei ein rasches und wirksames Einschreiten bei problematischen Erscheinungsbildern im öffentlichen Raum zu ermöglichen“, so Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl.