Strafen von 145 Euro drohen

Wiener Linien führen "Blaue Zone" in 12 Stationen ein

Comeback für die blauen Markierungen in den Öffi-Stationen. An zwölf Knotenpunkten werden die Ticketzonen markiert. Wer keine Fahrkarte hat, zahlt.
Thomas Peterthalner
23.04.2026, 13:00
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Was am Westbahnhof als Pilotprojekt gestartet hat, wird jetzt in zwölf Öffi-Stationen ausgerollt. Großflächige Bodenmarkierungen sorgen dafür, dass alle Fahrgäste genau wissen, wo sie ein gültiges Öffi-Ticket brauchen – wer ohne Fahrkarte erwischt wird, zahlt vor Ort 135 Euro, bei Überweisung 145 Euro.

Klare Zonen ausgeschildert

Schon im November haben die Wiener Linien in der U-Bahn-Station Westbahnhof (Wien-Fünfhaus) eine neue Markierung für die Ticketzone getestet. Folien mit einer entsprechenden Aufschrift waren am Boden vor den sogenannten Entwertersperren zur U3- und U6-Station angebracht. Diese sollten darauf hinweisen, dass alle, die diesen Bereich betreten oder durchqueren, ein gültiges Öffi-Ticket benötigen. Damit ist sowohl für Touristen als auch Wiener noch klarer ersichtlich, wo die kostenpflichtige Ticketzone beginnt.

Postive Testphase

Zwei Wochen lang wurde die Folie am Westbahnhof getestet. Fahrgäste und nach einem soziodemografischen Querschnitt ausgewählte Testpersonen wurden vor Ort gefragt, wie verständlich und wirksam die Bodenmarkierungen für sie sind. Außerdem fanden Begehungen sowohl mit Expert*innen aus dem Bereich Verkehr, Barrierefreiheit als auch Informationsdesign statt, die ebenfalls wertvollen Input zur Entwicklung beisteuerten.

U1-Station Südtiroler Platz/Hauptbahnhof: Hinweise gibt es nicht nur am Boden.
Wiener Linien/Maximilian Döringer

"Ticktezone" verstehen auch Touristen

Kontrollore fanden die Bodenmarkierungen in ihrer täglichen Arbeit ebenfalls hilfreich, um zu verdeutlichen, wo ein gültiges Ticket benötigt wird. Über 98 Prozent der Kontroll-Mitarbeiter bewerteten die Maßnahme laut Wiener Linien in einer Befragung positiv. Der Begriff Ticketzone funktioniert sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch und wird somit auch von nicht-deutschsprachigen Touristen gut verstanden.

Hier kommen die Ticketzonen

Die erste Station, an der die Ticketzone-Aufkleber angebracht wurden, ist der Hauptbahnhof (Wien-Favoriten). Hier wurden die Aufkleber bereits am Mittwoch (22.4.) angebracht. Nach und nach wird die Ticketzone auch in elf weiteren Knotenstationen eingeführt. Dabei handelt es sich um die Stationen: Praterstern, Schwedenplatz, Karlsplatz, Schottenring, Volkstheater, Landstraße, Westbahnhof, Hütteldorf, Spittelau, Handelskai sowie die Station Meidling. Ausgewählt wurden jene Haltestellen, wo viele Touristen unterwegs sind, als auch Stationen, die gerne als unterirdische Abkürzungen verwendet werden. Zusätzlich zu den großflächigen Bodenmarkierungen werden auch Hinweise auf Augenhöhe bei Ticket-Automaten, Entwertern sowie Überkopf-Hinweisschilder im Leitsystem angebracht.

100 Kontrollore pro Tag

Bis zu hundert Kontrollore sind täglich im gesamten Netz der Wiener Linien unterwegs. 2025 haben die Mitarbeiter, die meist in Zivil in Zweier- oder Dreierteams unterwegs sind, rund 3,5 Millionen Fahrgäste kontrolliert. Die größte Fahrgemeinschaft Wiens ist nach wie vor sehr ehrlich: Rund 96,6 Prozent der kontrollierten Fahrgäste konnten ein gültiges Ticket vorweisen, 3,4 Prozent hatten entweder kein oder ein falsches Ticket dabei – sie mussten Strafe zahlen. Diese beträgt nun 135 Euro bei Bar-Zahlung und 145 Euro mittels Erlagschein.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 23.04.2026, 13:00
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