Zwei Nigerianer sollen als Teil eines internationalen Love-Scam-Netzwerks rund 400.000 Euro ergaunert haben – Donnerstag (22.1.) standen sie nun vor Gericht in Korneuburg (NÖ).
Die Masche: Ein Lockvogel gab sich auf Facebook als UNO-Arzt im Jemen aus, versprach den Frauen angeblich eine gemeinsame Zukunft – zuerst mussten sie ihn aber aus einer vermeintlichen Notlage freikaufen. Der Trick funktionierte – wir berichteten.
Zwischen März und September 2025 sollen zwei Opfer aus Gänserndorf (NÖ) und dem Innviertel (OÖ) insgesamt 397.825 Euro verloren haben. Die Beträge wurden überwiesen und teils persönlich abgeholt.
Die 26-Jährige soll in Wiener Neustadt viermal Bargeld kassiert haben, bei einzelnen Übergaben waren es über 30.000 Euro. Ihr mutmaßlicher Komplize übernahm in Wien angeblich ein Paket mit 30.000 Euro.
Beide bestritten die Vorwürfe – doch laut Ermittlern lieferten ausgewertete Handydaten belastendes Material. Verteidigt wurde das Duo vom Wiener Strafverteidiger Roland Friis.
Die Frau, laut eigenen Angaben Prostituierte mit einem Monatseinkommen von 6.000 Euro, saß in U-Haft. Der 48-Jährige bezieht Sozialhilfe und zahlt Alimente für zwei Kinder. Donnerstag fiel schon nach kurzem Prozess das Urteil: Die 26-Jährige kassierte sechs Monate Haft unbedingt, bleibt also im Gefängnis. Für den 48-Jährigen gab es einen Freispruch – noch nicht rechtskräftig.