Die 2:3-Niederlage der Andalusier bei Celta Vigo dürfte das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Nach der 15. Saisonniederlage des siebenmaligen Europa-League-Siegers (zuletzt 2023) stürmten am Samstag rund 100 zum Teil vermummte Anhänger das Trainingsgelände des Vereins und rissen unter anderem ein Eingangstor ein.
Anschließend wurden die mit dem Bus vom Spiel bei Celta Vigo zurückkehrenden Spieler beschimpft und mit Eiern beworfen. Zudem wurde Vereinspräsident Jose Carrasco mit dem Tod bedroht. Gemeinsam mit der Polizei gelang es dem Verein, die Situation zu beruhigen. Aus Sicherheitsgründen mussten die Spieler und Mitarbeiter allerdings in den Kabinen übernachten. Diese Aktion der „Sevillistas” hätte zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können.
Die andauernde Krise der Andalusier ist geprägt von einer Serie von acht Spielen ohne Sieg, davon sechs Niederlagen und zwei Unentschieden. Statt Kampf um die internationalen Plätze heißt es mittlerweile Abstiegskampf. Drei Runden vor Schluss liegt Sevilla (Platz 16, 38 Punkte) nur vier Zähler über dem Strich. Bereits am Dienstag (21.30 Uhr) kommt es zum Abstiegsgipfel im Heimspiel gegen Las Palmas, das mit sechs Punkten Rückstand auf Sevilla Vorletzter ist.
Danach wartet ein schweres Restprogramm auf Sevilla. Zunächst geht es zu Hause (Sonntag, 19 Uhr) gegen Real Madrid, zum Saisonabschluss muss die Mannschaft nach Villarreal. Auch dort muss gepunktet werden, um den Supergau des Abstiegs in die zweite Liga zu vermeiden. Bei der Vereinsführung kam die Aktion der Fans jedenfalls nicht gut an.
In einer Stellungnahme verurteilte der Verein die Aktion aufs Schärfste: "Wir verstehen, dass die aktuelle Leistung der Mannschaft nicht den Erwartungen der Fans entspricht und dies zu Protesten führen kann. Doch Handlungen, die von Aggression, Drohungen und Vandalismus geprägt sind, überschreiten die Grenze der Akzeptanz."
Der Verein erklärte weiter: "Sevilla wird diese beunruhigenden Vorfälle, bei denen unsere Angestellten, Spieler, Mitarbeiter und die Vereinsführung nach ihrer Rückkehr zum Vereinsgelände, wo die Mannschaft die Nacht verbringen musste, gezielt angegriffen wurden, zur Anzeige bringen. Wir sind überzeugt, dass diese Taten nicht den wahren Geist unserer Fans widerspiegeln, die sich der Bedeutung des bevorstehenden Spiels gegen Las Palmas bewusst sind."