Laut Anklageschrift hat ein 47-Jähriger am Ostersonntag mit einer Faustfeuerwaffe und einem Schraubenzieher das Wohnhaus betreten, in das seine Ex-Partnerin mit ihren Kindern – sie sind zwischen acht und 17 Jahre alt – gezogen war. Der Mann soll laut Anklage die Waffe gezogen und drei Schüsse auf die Frau abgegeben haben.
Danach soll er mit dem Schraubenzieher dutzende Male auf die 38-Jährige eingestochen haben. Wie orf.at berichtet, konnte der Mann die Trennung nicht akzeptieren oder wollte es nicht. Das Motiv für den mutmaßlichen Femizid sei laut Anklage genau diese Trennung. Immer wieder warnen Gewaltschutzorganisationen, dass gerade Trennungsphasen für Frauen besonders gefährlich sind.
Laut Anklage war der Mann außerdem überzeugt, die Frau habe "übersinnliche Fähigkeiten" und wende "schwarze Magie" an.
Ein psychiatrisches Gutachten, das die Staatsanwaltschaft eingeholt hat, kommt zu dem Schluss, dass der 47-Jährige zwar seit einigen Jahren psychische Probleme hat – 2019 war er auch stationär in einer psychiatrischen Abteilung – zuletzt habe er unter einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung gelitten. Diese sei aber laut Gutachter keine schwerwiegende oder nachhaltige psychische Erkrankung. Zum Tatzeitpunkt sei der Mann zurechnungsfähig gewesen, heißt es im Gutachten. Das bedeutet, der Sachverständige hält ihn für schuldfähig.
Nach der Tat soll der Mann die Leiche der Frau im Garten unter Grünzeug versteckt haben. Als er dann die Spuren im Haus beseitigen wollte, wurde er von einem heimkehrenden Sohn überrascht. Daraufhin rief er selbst die Polizei an und ließ sich widerstandslos festnehmen. Bei der Kriminalpolizei zeigte er sich umfassend geständig – es gilt die Unschuldsvermutung.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Zusätzlich belastete der Hauptangeklagte einen 45-Jährigen. Er behauptet, dieser habe ihm um 900 Euro die Pistole samt Munition verkauft und gewusst, dass er sie für die Tat verwenden wolle. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft auch den 45-Jährigen als Beitragstäter zum Mord angeklagt. Auch dieser Mann sitzt in der Justizanstalt Wiener Neustadt in U-Haft, wie orf.at berichtet.
Der 45-Jährige ist bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen versuchten Mordes – dafür saß er schon 16 Jahre im Gefängnis. Sein Anwalt Mirsad Musliu betont aber, dass sein Mandant mit dem Tötungsdelikt in Sooß nichts zu tun habe. Die Behauptung, er habe die Waffe verkauft, sei "gelogen. Er reitet ihn da in etwas hinein, um selber eine mildere Strafe zu bekommen", so der Verteidiger.
Wenn du selbst oder jemand in deinem Umfeld von Gewalt betroffen bist: Jede fünfte Frau in Österreich erlebt körperliche Gewalt. Psychische und physische Übergriffe passieren in allen Gesellschaftsschichten.
Es gibt österreichweit Anlaufstellen, die im Krisenfall helfen – zum Beispiel die Frauenhelpline unter 0800/222 555 oder die Frauenhäuser und Gewaltschutzzentren. Auch für Männer in seelischen Ausnahmezuständen gibt es Hilfe, etwa bei der Männerinfo unter 0800/400 777 oder beim Männernotruf unter 05 76 77.