Rund 100 Acts und 140.000 Besucher machen das Frequency auch 2026 zu einem der größten Festivals Österreichs. Für die Gewerkschaft vida ist aber klar: Bei der Sicherheit von Großveranstaltungen gebe es weiterhin gefährliche Lücken.
"Wir brauchen dringend ein vernünftiges Sicherheitsdienstleistungsgesetz", fordert Horst Pammer, Landesvorsitzender der vida Niederösterreich. Aus seiner Sicht habe selbst der vereitelte Anschlag auf die geplanten Taylor-Swift-Konzerte in Wien nicht für genügend politischen Druck gesorgt.
Pammer kritisiert vor allem fehlende Standards bei Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Verantwortung. Bei Großveranstaltungen seien hunderte Beschäftigte dafür zuständig, die Sicherheit von zehntausenden Menschen zu gewährleisten.
Noch deutlicher wird vida-Landessekretär Mario Renner. "Muss erst ein Terroranschlag erfolgreich sein? Muss erst eine Katastrophe passieren?", fragt er. Security-Mitarbeiter müssten Konflikte entschärfen, Gefahren erkennen und in kritischen Situationen rasch richtig reagieren.
Dafür brauche es aus Sicht der Gewerkschaft eine ordentliche Ausbildung und klare gesetzliche Vorgaben. Auch Manuel Hackl, Betriebsratsvorsitzender bei Group 4 Secure Solutions GmbH, kritisiert die Praxis in Teilen der Branche. Vor Großveranstaltungen werde Personal teilweise kurzfristig angeworben. "Gestern noch Abwäscher – heute schon Security", beschreibt Hackl die Situation drastisch.
Gerade bei einem Festival müsse ein Security die Gefahrenlage jederzeit richtig einschätzen können. Bei großer Hitze könne etwa auch die Brandgefahr zum Problem werden. Solche Situationen müssten laut Hackl verpflichtend geschult werden.
vida verlangt mindestens 264 Lerneinheiten für die Ausbildung, verpflichtende Auffrischungsschulungen, einen einheitlichen Berufsausweis und eine zentrale behördliche Registrierung.
Außerdem sollen Aufträge stärker nach Qualität statt nur nach dem billigsten Preis vergeben werden. Auch Ketten von Subunternehmen will die Gewerkschaft verbieten.