Nach den tödlichen Schüssen auf den russischen Künstler und Putin-Kritiker Semjon Skrepezki in Polen gibt es eine erste Festnahme. Wie Polens Ministerpräsident Donald Tusk am Donnerstag mitteilte, wurde ein Mann gefasst, der im Verdacht steht, an der Tötung des 44-Jährigen beteiligt gewesen zu sein.
Der Verdächtige habe laut Tusk einen georgischen Pass verwendet. Die Ermittler würden nun daran arbeiten, auch den möglichen Drahtzieher hinter dem Verbrechen ausfindig zu machen.
Skrepezki, der mit bürgerlichem Namen Robert Kusowkow hieß, war für seine oft provokanten Karikaturen bekannt. Darin nahm er immer wieder russische Spitzenpolitiker aufs Korn - darunter Präsident Wladimir Putin und auch den früheren sowjetischen Diktator Josef Stalin.
2021 war der Künstler nach Polen übersiedelt. Damals erklärte er, er wolle der politischen Verfolgung in Russland entkommen.
Der Angriff ereignete sich am Montag in der ostpolnischen Stadt Biala Podlaska. Nach Angaben der Behörden wurden zahlreiche Schüsse auf den 44-Jährigen abgegeben. Skrepezki erlag seinen Verletzungen.
Polens Regierungschef sprach bereits am Mittwoch von einem möglichen politischen Mord. Tusk vermutet, dass Russland hinter der Tat stehen könnte. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre das laut dem Premierminister eine "sehr ernste Angelegenheit mit internationaler Dimension".
Zwei zunächst festgenommene belarussische Staatsangehörige wurden inzwischen wieder freigelassen. Die Ermittlungen laufen weiter.
Der Fall erinnert an andere Angriffe auf russische Oppositionelle und Kritiker im Ausland. Für großes Aufsehen sorgte etwa die Ermordung eines Georgiers im Berliner Kleinen Tiergarten im Jahr 2019. Damals wurde ein russischer Agent als Täter verurteilt. Später kam er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei.