Nach der tödlichen Attacke auf den russischen Künstler Semjon Skrepezki in Polen gehen die Ermittler von einem möglichen politischen Hintergrund aus. Polens Ministerpräsident Donald Tusk sprach am Mittwoch von Hinweisen auf einen "politischen Mord".
"Alle Hinweise" würden in diese Richtung deuten, sagte Tusk. Sollte sich bestätigen, dass die Tat von Russland in Auftrag gegeben wurde, wäre dies laut dem Regierungschef "eine sehr ernste Angelegenheit mit internationaler Dimension".
Skrepezki, der mit bürgerlichem Namen Robert Kusowkow hieß, galt als scharfer Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der 44-Jährige war vor allem für seine teils provokanten Karikaturen bekannt, in denen er russische Politiker und Persönlichkeiten satirisch darstellte.
Zu den Motiven seiner Zeichnungen zählten unter anderem der frühere sowjetische Diktator Josef Stalin, der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow sowie bekannte Vertreter der russischen Opposition.
Der Künstler wurde am Montag in der ostpolnischen Stadt Biala Podlaska auf offener Straße getötet. Nach Angaben der Behörden schoss ein Angreifer zunächst dreimal mit einer Pistole auf den 44-Jährigen. Als dieser zu Boden ging, feuerte der Täter aus nächster Nähe zwei weitere Schüsse ab.
Im Zusammenhang mit dem Verbrechen wurden laut der Bezirksstaatsanwaltschaft in Lublin zwei belarussische Staatsbürger festgenommen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat laufen weiter.