Am heutigen Freitag geht der UN-Klimagipfel COP30 in die finale Runde - offiziell zumindest. Denn nach einem dramatischen Brand am Vortag, der eine Evakuierung erzwang, könnten die Verhandlungen im brasilianischen Belém in die Verlängerung gehen.
Mit dem Brand geriet der Gipfel auf dem Gelände eines alten Flughafens bereits zum dritten Mal aus den Fugen: Zuvor hatten indigene Gruppen protestiert und marode Infrastruktur für Ärger gesorgt. Doch nicht nur draußen knirscht es - auch am Verhandlungstisch droht der Showdown.
Der große Streitpunkt: der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Obwohl Brasiliens Präsident Lula auf einen "Fahrplan" drängt, wurde der Begriff "fossile Brennstoffe" aus dem neuesten Entwurf gestrichen. 30 Staaten, darunter Deutschland, Großbritannien und Frankreich, kritisieren das scharf: Ohne klaren Ausstiegsplan sei das Ergebnis wertlos - und einem Beschluss ohne Fahrplan für eine Abkehr von Öl, Gas und Kohle werde man keinesfalls zuzustimmen.
"Lassen Sie uns ehrlich sein: In seiner jetzigen Form erfüllt der Vorschlag nicht einmal die Minimalbedingungen für ein glaubwürdiges Ergebnis der COP", kritisierten die rund 30 Staaten weiter. "Wir können kein Ergebnis unterstützen, das keinen Fahrplan für die Umsetzung eines gerechten, geordneten und fairen Übergangs weg von fossilen Energieträgern enthält."
China, Indien, Saudi-Arabien, Nigeria und Russland stellen sich gegen verbindlichen Ziele quer. Gleichzeitig fordern Entwicklungsländer mehr Geld von reichen Industrienationen, um sich gegen Klimaschäden zu wappnen und in Erneuerbare zu investieren.
"Der Finanzmangel bleibt das größte Hindernis für gerechte Ergebnisse", sagt Rachel Cleetus von der "Union of Concerned Scientists". Fakt ist: Ob der Planet doch noch einen Fahrplan bekommt - oder die COP30 im Chaos endet - bleibt weiter offen.