Umstrittener WM-Anruf

FIFA plant nach Trump-Skandal große Regeländerung

Nach dem Wirbel um eine aufgehobene Rotsperre bei der WM will die FIFA ihre Regeln verschärfen. Auslöser war ein Anruf von US-Präsident Donald Trump.
15.10.2026, 10:29
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Ein Anruf von Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino, eine plötzlich aufgehobene Rotsperre und heftige Kritik aus Europa: Der Fall um US-Stürmer Folarin Balogun sorgte bei der Fußball-Weltmeisterschaft für einen handfesten Eklat. Nun will der Weltverband offenbar Konsequenzen ziehen und seinen Disziplinarkodex ändern.

Wie "The Athletic" berichtet, soll dem FIFA-Council am Donnerstag in Zürich ein entsprechender Vorschlag vorgelegt werden. Künftig sollen automatische Sperren nach einer Roten Karte nicht mehr ausgesetzt werden können. Damit will die FIFA für klare Verhältnisse sorgen und die Integrität ihrer Wettbewerbe schützen.

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Trump-Anruf löste heftige Kritik aus

Hintergrund ist eine umstrittene Entscheidung während der vergangenen Weltmeisterschaft. Balogun hatte beim 2:0-Erfolg der USA gegen Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale die Rote Karte gesehen. Damit wäre der Angreifer für das anschließende Achtelfinale gegen Belgien automatisch gesperrt gewesen.

Doch nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Trump und FIFA-Boss Infantino wurde die Sperre überraschend aufgehoben. Balogun durfte gegen Belgien auflaufen.

Offiziell erklärte der Weltverband, dass die formal unabhängige Disziplinarkommission über die Spielberechtigung entschieden habe. Infantino bestritt, persönlich Einfluss genommen zu haben. Äußerungen Trumps ließen allerdings den Eindruck entstehen, dass der FIFA-Präsident selbst eingeschritten war.

UEFA sprach von "roter Linie"

Sportlich brachte die Entscheidung den USA keinen Erfolg. Trotz Baloguns Einsatz verlor das Team gegen Belgien mit 1:4 und schied aus dem Turnier aus. Besonders deutlich fiel die Kritik aus Europa aus. Die UEFA bezeichnete die Aufhebung der Sperre als "unverständlich" und sprach von einer "Überschreitung einer roten Linie".

Mit der geplanten Regeländerung soll künftig ausgeschlossen werden, dass eine automatische Ein-Spiel-Sperre nach einer Roten Karte auf ähnliche Weise ausgesetzt wird. Allerdings sorgt bereits die Vorbereitung des Vorschlags für neue Diskussionen.

Kritik an kurzfristigem FIFA-Vorstoß

Laut "The Athletic" wurde der genaue Wortlaut der geplanten Änderung erst am Dienstagabend an Mitglieder des FIFA-Councils übermittelt – weniger als 48 Stunden vor der Sitzung am Donnerstag.

Nicht namentlich genannte Quellen aus dem Umfeld von Ratsmitgliedern kritisieren dem Bericht zufolge das Vorgehen. Sie vermuten, dass die Änderung kurzfristig durchgesetzt werden soll, um die Kontroverse um Balogun aufzuarbeiten.

Aus ihrer Sicht waren die bisherigen Bestimmungen bereits weitgehend eindeutig. Erst die außergewöhnliche Entscheidung zugunsten des US-Stürmers habe eine zusätzliche Klarstellung notwendig gemacht.

red, 15.10.2026, 10:29