40 Jahre Liebe

Filmstar: "Mit 80 genauso leidenschaftlich wie mit 20"

In der Verfilmung des Elke-Heidenreich-Buchs "Alte Liebe" stellen Dagmar Manzel und Joachim Król ihre Beziehung nun im Kino auf eine harte Probe.
23.10.2026, 06:00
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40 Jahre verheiratet, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war: In der Tragikomödie "Alte Liebe" von Regisseur Andreas Dresen geraten zwei Menschen ab 23. Oktober im Kino aneinander, die eigentlich längst alles voneinander wissen sollten. Zwischen Gartenarbeit, Weizenbier und unerfüllten Träumen brodelt es gewaltig.

Harry (Joachim Król) genießt die Pension auf seine Art: Er trinkt Bier, raucht, kümmert sich um seine Pflanzen und raunzt am liebsten den ganzen Tag. Seine Frau Lore (Dagmar Manzel) kann darüber nur den Kopf schütteln. Sie klammert sich an ihren Beruf als Bibliothekarin, organisiert Lesungen und verehrt ihre Lieblingsdichter. "Man braucht Mut und Zuversicht, dass man liebesfähig bleibt und mit sich selbst eine Liebesbeziehung hat", sagt die deutsche Schauspielerin im "Heute"-Gespräch.

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Hochzeit bringt das Fass zum Überlaufen

Als Tochter Julia zum dritten Mal heiraten will, fliegen beim Ehepaar endgültig die Fetzen. Die Hochzeitspläne sind nur der Auslöser für einen Konflikt, der sich über Jahrzehnte angestaut hat. Während Harry mit seinem beschaulichen Leben zufrieden scheint, sehnt sich Lore nach mehr. Sie will reisen, Neues entdecken und endlich wieder etwas erleben. Immer öfter fragt sie sich: War das schon alles? Und ist es mit über 60 vielleicht schon zu spät, um noch einmal ganz von vorne anzufangen?

"Es ist ein großes Geschenk, so eine Rolle kriegt man nicht jeden Tag. Sie ist mir auf den Leib geschrieben, es fühlte sich total vertraut an", freut sich Manzel. Der Film "soll Hoffnung machen und der Bedarf ist immer da. Ich bin eine Verfechterin der lachenden Melancholie."

"Hoffnung nicht aufgeben"

Mit Manzel und Król stehen zwei der bekanntesten deutschen Schauspieler vor der Kamera. Die beiden liefern sich bissige Wortgefechte, sorgen für komische Momente und zeigen gleichzeitig, wie verletzlich eine Liebe nach vier Jahrzehnten sein kann. "Wir kannten uns vorher gar nicht, nur von der Ferne. Wir waren zwei Theaterschauspieler, die bestens präpariert waren und ein toller Regisseur – bis auf die Mutter und Enkeltochter kommt niemand im Film vor, der Fokus lag voll auf den beiden", so die ehemalige, langjährige "Tatort"-Kommissarin.

Für die Darsteller und Zuschauer besonders schön: "Sie schaffen es wieder, sich zu begegnen." Der Film berührt, weil er feinfühlig auf die Leinwand bringt, was die meisten Paare nach vielen gemeinsamen Jahren kennen. Manzels wichtigste Lektion in Sachen Liebe: "Immer wieder den Glauben und die Hoffnung nicht aufgeben, dass es diesmal klappen könnte, sich zu verlieben, unabhängig vom Alter. Man kann mit 80 genauso leidenschaftlich sein wie mit 20."

sk, 23.10.2026, 06:00
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