Bei der Weltmeisterschaft in Baku trumpfte Polleres ganz groß auf. Die 29-jährige Niederösterreicherin gewann in der Klasse bis 70 Kilo die Silbermedaille. Erst im Endkampf gegen die Spanierin Ai Tsunoda Roustant setzte es für Österreichs Judo-Ass die einzige Niederlage der WM. Aber Silber strahlt für Polleres wie Gold.
Es ist die dritte WM-Medaille nach bisher zwei Bronzenen. Hinzu kommen eine Silber- und eine Bronzemedaille bei Olympia. Diesmal ist das Edelmetall aber noch spezieller. Denn Polleres hatte eigentlich eine Pause eingelegt und war erst 2025 auf die große Judo-Bühne zurückgekehrt. Österreich muss derweil weiterhin auf eine Judo-Goldmedaille bei Weltmeisterschaften warten. Die letzte hatte es 1985 gegeben.
Dabei lieferte die Niederösterreicherin ihrer Gegnerin aus Spanien lange einen offenen Kampf, der in den sogenannten Golden Score ging, also erst in der Verlängerung entschieden wurde. Am Ende kassierte Polleres die dritte Shido-Wertung, also eine leichte Strafe – gleichbedeutend mit der Niederlage. .
Auf dem Weg ins WM-Finale hat Polleres gleich fünf Siege gefeiert, in Runde eins die US-Amerikanerin Melissa Myers geschlagen, in der zweiten Runde die Australiern Aoifa Coughlan, in Runde drei die Koreanerin Verang Lee besiegt, im Kampf um den Sieg im Pool C die Russin Madina Taimasova und im Halbfinale die Deutsche Giovanna Scoccimarro. Sie gehörte nicht zum Kreis der acht Gesetzten.