Die Berliner Musikerin Ikkimel ist längst über ihre Rap-Szene hinaus bekannt. Erst vergangene Woche versammelte sie beim Frequency in St. Pölten tausende Fans vor der Bühne. Mit provokanten Texten über Feminismus, Geschlechterrollen und Machtverhältnisse begeistert sie die einen, während andere darin unter anderem Männerhass sehen. Fakt ist: Wer sie kennt, hat eine deutliche Meinung zu ihr und ihren Texten.
Wie weit die Diskussion um Ikkimel inzwischen reicht, zeigt nun die Geschichte von Content-Creatorin Amina, über die "Raptastisch" berichtet. Bei einem Jobinterview wurde sie plötzlich nach ihrem Musikgeschmack gefragt: "Hören Sie Ikkimel?"
Amina wollte sich dazu nicht äußern und antwortete: "Der Name sagt mir etwas, aber ich will die Frage nicht beantworten." Den Job hätte sie laut "Raptastisch" vermutlich trotzdem bekommen können. Weil noch weitere Bewerbungen liefen, war Amina allerdings ohnehin nicht mehr an der Stelle interessiert.
Dass die Frage überhaupt gestellt wurde, ist auch rechtlich interessant. Eine Karriereexpertin betont gegenüber dem Rap-Portal, dass der persönliche Musikgeschmack nichts mit der fachlichen Eignung für einen Job zu tun habe.
Arbeitgeber dürften grundsätzlich nur Informationen erheben, die für die Beurteilung einer Bewerbung notwendig seien.
Ikkimel selbst positioniert sich politisch klar links und sorgt mit ihren Aussagen immer wieder für heftige Diskussionen.
Dass ihr Name mittlerweile sogar bei einem Bewerbungsgespräch auftaucht, zeigt jedenfalls, wie präsent die Rapperin und ihre Themen inzwischen auch abseits der Musikbranche sind.