Zwei Bezirke liegen vorne

Firmen-Boom – hier wird in Wien am meisten gegründet

In Wien wird gegründet wie nie zuvor: Mehr als 6.100 neue Unternehmen entstanden allein im ersten Halbjahr 2026.
20.10.2026, 12:46
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Trotz schwieriger Wirtschaftslage ist der Unternehmergeist in Wien ungebrochen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in der Bundeshauptstadt insgesamt 6.106 neue Unternehmen gegründet. Das sind um 481 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und entspricht einem Plus von 8,5 Prozent.

Laut Wirtschaftskammer Wien ist das der höchste Halbjahreswert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1993. "Mehr als 6.000 neue Unternehmen in nur sechs Monaten sind ein starkes Signal für Wien. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten entscheiden sich viele Menschen dafür, ihre eigene Idee umzusetzen und unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Dieser Gründergeist ist eine große Stärke unserer Stadt", erklärt Wirtschaftskammer-Wien-Präsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits.

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Jede vierte Firma entsteht in Wien

Besonders auffällig ist der Vergleich mit dem Rest Österreichs. Während die Zahl der Neugründungen bundesweit im ersten Halbjahr lediglich um 2,8 Prozent auf 23.479 stieg, legte Wien mit 8,5 Prozent beinahe dreimal so stark zu. Damit entfielen 26 Prozent aller österreichischen Neugründungen auf die Bundeshauptstadt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 24,6 Prozent gewesen.

Besonders gefragt sind in Wien Unternehmen aus den Bereichen Beratung, Informationstechnologie und Dienstleistungen. Laut der Jahresauswertung 2025 entfielen 27 Prozent der Wiener Neugründungen auf die Sparte Information und Consulting. Österreichweit lag dieser Anteil bei lediglich 19,5 Prozent. Die größte Gründungssparte bleibt allerdings Gewerbe und Handwerk mit einem Anteil von rund 35 Prozent.

In diesen Bezirken wird am meisten gegründet

Ein Blick auf die Wiener Bezirke zeigt, wo besonders viele Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. An der Spitze liegt die Donaustadt mit 589 Neugründungen im ersten Halbjahr. Dahinter folgen Favoriten mit 561 neuen Unternehmen und Floridsdorf mit 398. Auch in der Landstraße (374) und in der Leopoldstadt (355) wurden besonders viele Firmen gegründet.

"Wer gründet, glaubt an die eigene Idee und an die Möglichkeit, daraus etwas aufzubauen", betont Kriz-Zwittkovits. Entscheidend sei nun, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit aus einer Gründung auch langfristig ein erfolgreiches Unternehmen werde.

Heuer schon 1.000 Firmenpleiten in Wien

Doch der Gründungsboom hat auch eine Kehrseite: Während Tausende neue Unternehmen entstehen, müssen zahlreiche bestehende Betriebe aufgeben. Laut aktueller Insolvenzstatistik des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) wurden in Wien in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 972 Unternehmensinsolvenzverfahren eröffnet. Das sind zwar um 14,7 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als noch 1.140 Verfahren registriert wurden. Dennoch bleibt die Zahl der Firmenpleiten hoch.

Besonders betroffen sind laut Kreditschutzverband KSV1870 weiterhin der Handel, die Baubranche sowie Gastronomie und Beherbergung. Zu den größten Belastungen zählen schwache Nachfrage, hohe Finanzierungskosten und steigende Personalkosten.

Wirtschaftskammer will Gründer unterstützen

Damit möglichst viele der neu gegründeten Unternehmen langfristig bestehen bleiben, wollen Stadt Wien und Wirtschaftskammer ihre Unterstützungsangebote ausbauen. In der gemeinsamen Zukunftsvereinbarung für die Jahre 2026 bis 2030 ist die Förderung von Unternehmensgründungen ein eigener Schwerpunkt.

Das Gründerservice der Wirtschaftskammer unterstützt angehende Unternehmer bereits vor dem Start in die Selbstständigkeit mit persönlichen Beratungen, Webseminaren und Informationen. Für Wirtschaftskammer-Präsidentin Kriz-Zwittkovits ist der Rekord deshalb auch ein Auftrag: "Die Zahlen zeigen uns, wie viel unternehmerisches Potenzial in Wien vorhanden ist. Jetzt geht es darum, dieses Potenzial bestmöglich zu unterstützen."

red, 20.10.2026, 12:46
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