Dramatische Szenen haben sich Mittwoch in Wien abgespielt. Was mit einem Verkehrsunfall in Floridsdorf begann, entwickelte sich in kurzer Zeit zu einer gefährlichen Verfolgungsjagd quer durch die Stadt. Ein Audi-Lenker soll nach einem Crash einfach Gas gegeben haben und vor der Polizei geflüchtet sein. Das stärkste SUV-Coupé aus dem Hause Audi – ein RS Q8 mit 600 PS, Neupreis mindestens 146.200 Euro – raste mit halsbrecherischem Tempo los.
Die Flucht führte über mehrere Straßen bis auf die Südosttangente und endete schließlich erst auf der A4 bei Alt Simmering. Dort griffen die Beamten zu einer außergewöhnlichen Maßnahme: Um das Fahrzeug zu stoppen, wurden Schüsse auf die Reifen abgegeben. Ausgangspunkt des Einsatzes war nach bisherigen Informationen ein Verkehrsunfall auf der Jedleseer Straße in Wien-Floridsdorf.
Der mutmaßliche Unfallverursacher blieb nicht an der Unfallstelle stehen, sondern setzte seine Fahrt fort. Die alarmierte Polizei nahm sofort die Verfolgung auf. Im Laufe der Flucht soll der Mann mehrere weitere Verkehrsunfälle verursacht haben. Die genauen Umstände dieser Kollisionen werden derzeit noch untersucht. Die Verfolgungsjagd entwickelte sich zu einem Großeinsatz. Mehrere Polizeistreifen waren im Einsatz, um den flüchtigen Wagen zu stoppen.
Laut Polizeisprecher Philipp Haßlinger wurden während des Einsatzes auch mehrere Schreckschüsse abgegeben. Schließlich konnte das Fahrzeug auf der A4 bei Alt Simmering in Fahrtrichtung Schwechat angehalten werden. Nach bisherigem Ermittlungsstand wurde der Wagen mit Schüssen auf die Reifen außer Gefecht gesetzt. Erst dadurch gelang es den Einsatzkräften, den Fahrer, einen 50-jährigen Österreicher, festzunehmen.
Der Mann wurde vorläufig festgenommen, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Bei dem Fluchtfahrzeug handelt es sich nach "Heute"-Informationen um einen Wagen mit ungarischer Zulassung. Unmittelbar bevor die Flucht ihr Ende fand, soll der Fahrer noch zwei Frauen aus dem Fahrzeug aussteigen haben lassen. Warum dies geschah und welche Rolle die beiden Frauen in dem Fall spielen, ist derzeit noch unklar und wird von den Ermittlern geprüft.
Nach Informationen von "Heute" soll der festgenommene Mann außerdem Verbindungen ins Rotlicht-Milieu haben. Nähere Angaben dazu gibt es vonseiten der Polizei bisher nicht. Am Einsatz waren neben zahlreichen Polizeikräften auch die Berufsrettung Wien sowie das Rote Kreuz beteiligt. Das große Aufgebot sorgte insbesondere im Bereich der A4 für erhebliche Aufmerksamkeit. Die Polizei gab nach dem Einsatz einen verletzten Beamten bekannt.
Der verletzte Polizist wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei kündigte an, die Ereignisse umfassend aufzuarbeiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Rekonstruktion der Flucht sowie die Klärung sämtlicher Verkehrsunfälle, die dem Audi-Lenker zugerechnet werden. Die große Frage: Weshalb der Mann nach dem ersten Unfall die Flucht ergriff. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für den Festgenommenen die Unschuldsvermutung.