Ärger unter Wiens Taxifahrern! Am 22. Oktober 2026 wurden am Flughafen Wien-Schwechat mehrere Wiener Taxilenker bei Kontrollen angezeigt. Ihr vermeintliches Vergehen: Sie holten vorbestellte Fahrgäste ab, verfügten laut Behörden aber nicht über die erforderlichen Ortskenntnisse für den Bezirk Schwechat.
Der Fall sorgt nun für politischen Wirbel. FPÖ-Taxisprecher Thomas Kreutzinger übt scharfe Kritik an der Vorgehensweise der Behörden und wirft auch der Wirtschaftskammer Untätigkeit vor.
Grundsätzlich dürfen Wiener Taxilenker Fahrgäste am Flughafen Schwechat abholen, wenn die Fahrt bereits im Voraus telefonisch oder online gebucht wurde – etwa über eine Wiener Taxizentrale.
Nicht erlaubt ist es hingegen, sich mit einem Wiener Taxi am Standplatz des Flughafens anzustellen und dort auf Fahrgäste ohne Vorbestellung zu warten. Auch das Aufnehmen spontaner Fahrgäste ist nicht zulässig.
Doch genau hier liegt der aktuelle Streitpunkt: Laut Behörde benötigen Wiener Taxilenker selbst bei vorbestellten Abholfahrten die entsprechenden Ortskenntnisse für den Bezirk Schwechat. Fehlen diese, droht eine Verwaltungsanzeige. Und diese wurden an dem konkreten Tag auch reihenweise erstattet.
Hintergrund ist eine rechtliche Auslegung, die für Wiener Taxilenker weitreichende Folgen hat. Demnach müssen Wiener Taxilenker auch dann über die Ortskenntnisse für den Bezirk Schwechat verfügen, wenn sie einen bereits im Voraus gebuchten Fahrgast am Flughafen abholen. Fehlen diese Kenntnisse, liegt nach Ansicht der Polizei eine Verwaltungsübertretung vor.
Wie das Stadtpolizeikommando Schwechat mitteilt, wurde diese Rechtsansicht bereits 2024 und 2025 mit der Wiener Taxi-Innung sowie dem Verkehrsamt Wien abgestimmt. Die Polizei beruft sich dabei auf ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichts Wien vom 20. Dezember 2024.
Für FPÖ-Taxisprecher Thomas Kreutzinger ist die Situation untragbar. "Was sich hier am Flughafen Schwechat abspielt, ist eine regelrechte Anzeigenflut gegen Wiener Taxilenker, die nichts anderes tun, als erlaubterweise vorbestellte Fahrgäste abzuholen. Das ist eine pure Abzocke!", wettert der Freiheitliche.
Besonders die plötzliche Konsequenz bei den Kontrollen stößt ihm sauer auf. "Jahrzehntelang war das kein Thema, plötzlich werden Lenker mit Anzeigen überzogen", kritisiert Kreutzinger. Auch die Wirtschaftskammer bekommt ihr Fett weg. Diese schaue aus seiner Sicht tatenlos zu, anstatt die Interessen ihrer eigenen Mitglieder zu vertreten.
Die Wiener Taxi-Innung verweist auf die geltende Rechtslage: "Taxilenker müssen über die erforderlichen Ortskenntnisse am Abholort verfügen". Gleichzeitig betont die Wirtschaftskammer, sich für moderne und praxistaugliche Lösungen einzusetzen, die sowohl den Taxiunternehmen als auch den Fahrgästen zugutekommen. Dazu stehe man laufend mit den zuständigen Stellen im Austausch.
Kreutzinger will die Angelegenheit nun politisch aufgreifen. "Die FPÖ aber schaut nicht weg. Das ist ein untragbarer Zustand, den wir nicht hinnehmen werden. Entsprechende Anträge sind bereits in Vorbereitung", kündigt er an.
Für betroffene Wiener Taxilenker bleibt die Rechtslage damit vorerst ein Problem: Auch eine verbindliche Vorbestellung schützt nach der von der Polizei vertretenen Rechtsauffassung nicht vor einer Anzeige, wenn die erforderlichen Ortskenntnisse für Schwechat fehlen. Ob und wie die geltenden Bestimmungen geändert werden könnten, ist derzeit offen.