Eine Lehrerin* aus Wien (wahre Identität der Redaktion bekannt) wendet sich mit einem emotionalen Hilferuf an "Heute". Seit 14 Jahren unterrichtet die Pädagogin an einer Mittelschule. Was sie zuletzt im Klassenzimmer erlebt, macht ihr allerdings zunehmend Sorgen. Besonders nachdenklich stimmt die Wienerin, dass manche Jugendliche aus ihrer Sicht kaum noch berufliche Perspektiven entwickeln.
Besonders eine Erfahrung aus dem vergangenen Schuljahr lässt sie nicht mehr los: In einer ihrer Klassen kam in Gesprächen heraus, dass keine einzige Schülerin einen Beruf ergreifen möchte. Stattdessen hätten die Mädchen erklärt, später ohnehin mehrere Kinder bekommen zu wollen. Der Staat würde ihnen dann mit Sozialleistungen das Leben finanzieren – arbeiten bräuchten sie also gar nicht mehr. Schule und Ausbildung sei daher gar nicht so wichtig. "Die Mädchen waren dabei gerade einmal 13 Jahre alt", erzählt die Lehrerin schockiert.
„Es wirkt so, als wäre das neue 'Ich gehe nach der Schule zum AMS' nun zu 'Ich bekomme nach der Schule einfach Kinder' geworden.“Lehrerin aus Wien *anonym
Gleichzeitig stellt die Pädagogin klar, dass ihre Kritik keinesfalls die Leistungen von Müttern schmälern soll. In ihrem Freundeskreis erlebe sie zahlreiche Eltern, die sich liebevoll und verantwortungsbewusst um ihre Kinder kümmern.
Doch ihrer Meinung nach würden sich viele Erziehungsberechtigte kaum noch auf die Entwicklung ihrer Kinder schauen. "Ich habe den Eindruck, dass die Eltern ihre Kinder als Geldquelle sehen und das wird dann an die nächste Generation weitergegeben", kritisiert sie im "Heute"-Talk. Nach mehreren Gesprächen mit den jungen Mädchen in ihrer Klasse habe sich deren Einstellung zwar augenscheinlich gebessert, wie nachhaltig der Meinungsumschwung jedoch ist, bleibt abzuwarten.
Auch die Zahl der Schüler mit Inklusionsbedarf habe sich an ihrer Schule stark verändert. Vor fünf Jahren sei es noch eine Handvoll gewesen, mittlerweile mehr als zwei Dutzend. Schuld an den Erziehungsdefiziten sind laut der Lehrerin die Eltern selbst und die Folgen davon glaubt sie in ihrem Schulalltag zu sehen.
Die Kinder haben laut der Wienerin eine Aufmerksamkeitsspanne von gerade einmal fünf Sekunden und würden oftmals auch kein Nein akzeptieren: "Wenn ich ihnen eine Aufgabe zuteile, dann weigert sich jeder zweite Schüler diese zu erledigen." Ihrer Meinung nach seien viele Kinder schlichtweg zu verwöhnt.
"Ich mache mir wirklich Sorgen um die Zukunft dieses Landes", erklärt die Lehrerin gegenüber "Heute" abschließend. Sie könne sich kaum vorstellen, wie diese Kinder später einmal zur Versorgung Österreichs beitragen sollen und nicht in der "sozialen Hängematte" landen. Auch die Freude an ihrem Beruf habe deshalb mittlerweile stark nachgelassen. Den letzten Funken Hoffnung hat sie aber noch nicht aufgeben und möchte weiterhin Aufklärungsarbeit in den betroffenen Klassenzimmern leisten.