Über 200 Parkplätze futsch

9 Mio. Euro! Wiener Öko-Projekt viel teurer als bekannt

Die Öko-Offensive "Raus aus dem Beton" lässt Autofahrer in Simmering verzweifeln. Nun steht fest: Das Projekt ist fast doppelt so teuer wie geplant.
05.11.2026, 14:11
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

52 neue Bäume, 25 Hochstammsträucher und rund 3.000 Quadratmeter an Grünbeete für rund 4,9 Millionen Euro! Das war der Plan für die Rundum-Sanierung der Simmeringer Hauptstraße. Nun steht fest: Das Projekt wird durch Straßenbau, Stadtgärten und Beleuchtung über neun Millionen Euro verschlingen.

Rund 70 Parkplätze weg, Wiener Autofahrer entsetzt

Auf der Simmeringer Hauptstraße in Wien wird bis Sommer 2027 ein 700-Meter-Abschnitt begrünt. Die Aufwertung soll den Bereich grüner machen und mehr Aufenthaltsqualität bieten – wir berichteten. Die großen Verlierer der Sanierung sind Autofahrer.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Die Neugestaltung zwingt Anrainer mit eigenem Auto endgültig in die Knie.
Leserreporter

Auf der viel befahrenen Simmeringer Verkehrsader laufen die Bauarbeiten seit Mai, erste Grünflächen sind bereits zu sehen. Über 200 Parkplätze müssen der Öko-Offensive laut "Heute"-Infos weichen – das sollen rund 80 Prozent der Parkplätze im Bereich der Simmeringer Hauptstraße zwischen der Litfaßstraße und Zippererstraße ausmachen.

Jetzt Leserreporter werden.

Für jedes Foto in "Heute" oder jedes Video auf Heute.at gibt es 50 Euro. So geht's

Einem Betroffenen platzte nun der Kragen. Autofahrer und "Heute"-Leser Andreas kann davon mittlerweile ein Lied singen, denn: Seit Längerem muss der Pkw-Lenker nun öfter mehrere Runden drehen, um eine Parklücke für sein Auto zu finden.

"Sollen wir uns unsere Autos in den Ar*** schieben, wenn wir parken?", beschreibt der Wiener die prekäre Parksituation unmissverständlich.

Kosten deutlich höher als 4,9 Mio. Euro

Insgesamt hätten die Kosten für die Oberflächengestaltung auf rund 4,9 Millionen Euro betragen sollen. Dazu zählen jedoch nicht die Arbeiten im Untergrund – etwa an den Wasserleitungen – oder für die Gleiserneuerungen der Wiener Linien.

Wie ein "Heute" vorliegendes Papier nun zeigt, belaufen sich die genehmigten Ausgaben für das komplette Projekt für Straßen-, Gartenbau sowie Beleuchtung auf 9.076.000 Euro. Das sind fast 4,2 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Wie es um die Zukunft von Autobesitzern nahe der Simmeringer Hauptstraße steht, bleibt abzuwarten. Klar ist jedenfalls: Durch die Aktion "Raus aus dem Beton" wird die Anzahl an freien Parklücken in mehreren Grätzeln auch in Zukunft auf ein absolutes Minimum beschränkt.

Laut der Studie "Smart Klima City Strategie Wien" soll sich der Autoverkehr im Stadtgebiet nachhaltig ändern:

Der Autoverkehr im Stadtgebiet soll weiter nach unten sinken. Die Stadt Wien hat dafür ein Strategiepapier ausgearbeitet. Laut der Studie "Smart Klima City Strategie Wien" soll es bis 2030 nur noch 250 private Pkw pro tausend Einwohner geben. Der bewusste Parkplatz-Abbau ist Teil des Plans. "Stellplätze im öffentlichen Raum werden sukzessive reduziert", heißt es in dem Papier. In fünf Jahren soll also nur noch einer von vier Wienern ein Auto haben.

Parkplätz-Ärger auch in anderen Bezirken

Parkplatzmangel sorgte im März bereits am Alsergrund für Verzweiflung. Die Gegend von der Wilhelm-Exner-Gasse und der Sobieskigasse über die Gießergasse bis hin zur Dreihackengasse ist seit der Begrünungs-Offensive im Vorjahr um 41 Bäume, 10 Sträucher, barrierefreie Gehwege, Radabstellplätze, Sitzgelegenheiten und zwei Trinkbrunnen reicher – "Heute" berichtete.

Damals bekannter Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Im Gegenzug verschwanden rund 40 Parkplätze. Leserin und Anrainerin Marion erklärte damals gegenüber "Heute": "Es (Anmerkung: die begrünten Flächen) ist und bleibt ein einziges Hundeklo, das im Sommer erbärmlich stinkt. Wir fahren nicht mehr weg, weil wir keinen Parkplatz mehr finden."

Und auch bei der Staudgasse in Wien-Währing fühlen sich die Autofahrer "gepflanzt". Mehrere Parkplätze wichen acht Bäumen, einer Sitzbank und einem Brunnen. Das Projekt vergrub über eine halbe Million Euro – "Heute" berichtete.

red, Akt. 05.11.2026, 14:24, 05.11.2026, 14:11