Großalarm am Donnerstag im europäischen Flugverkehr! Gleich mehrere Bombendrohungen hielten die Sicherheitsbehörden auf Trab. Besonders betroffen war der Flughafen Wien-Schwechat, wo eine Passagiermaschine außerplanmäßig landen musste und vier weitere Drohungen eingingen.
Wie die Landespolizeidirektion Niederösterreich gegenüber "Heute" bestätigt, war eine Maschine (Airbus A321) auf dem Weg von Mailand-Malpensa nach Warschau, als eine Droh-E-Mail am polnischen Zielflughafen einging. "Heute"-Infos zufolge handelte es sich hierbei um die Billigfluglinie Wizz Air.
Die polnischen Behörden reagierten umgehend und informierten ihre österreichischen Kollegen über die laut Polizei "abstrakte Bedrohungslage". Aus Sicherheitsgründen wurde die Maschine nach Wien-Schwechat umgeleitet. Dort landete das Flugzeug und wurde einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen.
Die gute Nachricht: Bei der Untersuchung konnten laut Polizei keine gefährlichen Gegenstände festgestellt werden. Nach Abschluss der Kontrollen durfte die Maschine ihre Reise nach Warschau fortsetzen.
Doch damit nicht genug! Parallel zu dem Zwischenfall gingen am Donnerstag gegen 8.50 Uhr weitere Droh-E-Mails ein, die den Flughafen Wien-Schwechat betrafen. Laut niederösterreichischer Polizei richteten sich diese gegen insgesamt vier Flüge, die von beziehungsweise nach Wien geplant waren.
Auch in diesen Fällen handelte es sich nach Einschätzung der Polizei um eine "abstrakte Bedrohung". Die vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen wurden eingeleitet und das standardisierte Sicherheitsprotokoll planmäßig abgearbeitet.
Glücklicherweise bestätigte sich bei den Überprüfungen keine konkrete Gefahr. Die Sicherheitsvorkehrungen griffen, gefährliche Gegenstände wurden bei der umgeleiteten Maschine nicht gefunden.
Laut der finnischen Fluggesellschaft Finnair gab es auch eine Bombendrohung gegen einen ihrer Flüge von Helsinki nach Wien. Der Flug wurde von der Linie Jettime durchgeführt und landete planmäßig in Wien-Schwechat.
Wie die Polizei mitteilt, läuft der Betrieb am Flughafen Wien-Schwechat aktuell wieder. Wer hinter den Droh-E-Mails steckt und ob die einzelnen Vorfälle miteinander zusammenhängen, ist derzeit nicht bekannt.
Nicht nur in Wien sorgten die Bombendrohungen für Aufregung. Auch in Italien, Bulgarien und Frankreich mussten die Sicherheitsbehörden eingreifen.
Eine Finnair-Maschine auf dem Weg von Helsinki nach Rom wurde nach einer Bombendrohung von Kampfjets der italienischen Luftwaffe eskortiert. Das Flugzeug konnte schließlich sicher am Flughafen Rom-Fiumicino landen.
In Bulgarien mussten gleich drei Passagiermaschinen außerplanmäßig landen. Zwei Flieger aus Kopenhagen und Madrid wurden in die Hauptstadt Sofia umgeleitet. Eine weitere Maschine aus London landete stattdessen in Plovdiv.
Auch in Frankreich gab es einen Zwischenfall: Ein Airbus A320 der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus, der von Dublin nach Rom unterwegs war, musste auf dem Militärflughafen Évreux rund 100 Kilometer nordwestlich von Paris landen.
An Bord befanden sich 151 Passagiere und sechs Crewmitglieder. Alle 157 Personen wurden nach Angaben der französischen Behörden in Sicherheit gebracht.