Umbau kostet 9 statt 5 Mio. €

Ein Meter kostet 13.000 €! FPÖ platzt der Kragen

Ein Öko-Projekt in Wien-Simmering verschlingt fast doppelt so viel Geld wie geplant. Die FPÖ übt scharfe Kritik an der Wiener Stadträtin Ulli Sima.
05.11.2026, 16:15
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52 neue Bäume, rund 200 Parkplätze weniger und eine saftige Kostenexplosion: Die Neugestaltung der Simmeringer Hauptstraße sorgt für politischen Zündstoff. Statt der ursprünglich geplanten 4,9 Millionen Euro soll das Projekt nun mehr als neun Millionen Euro verschlingen. Die FPÖ ist empört und rechnet vor: Jeder Meter der Öko-Offensive kostet rund 13.000 Euro!

Öko-Projekt 85 Prozent teurer als bekannt

Die Öko-Offensive "Raus aus dem Asphalt" von Wiens Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) sorgt in Simmering für Aufregung. Auf einem rund 700 Meter langen Abschnitt der Simmeringer Hauptstraße zwischen Litfaßstraße und Zippererstraße wird seit Mai umgebaut.

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Mehr Grün, weniger Beton und kühlere Temperaturen sollen das Grätzl lebenswerter machen. Doch jetzt kommt eine neue Zahl ans Licht: Statt der ursprünglich veranschlagten 4,9 Millionen Euro sollen die Arbeiten insgesamt 9,076 Millionen Euro kosten.

Darin enthalten sind laut einem Papier, das "Heute" vorliegt, Straßenbau, Stadtgärten und Beleuchtung. Damit wäre das Projekt um rund 85 Prozent teurer als ursprünglich geplant. Die gesondert veranschlagten Gleisarbeiten der Wiener Linien kommen noch dazu.

Laut der Studie "Smart Klima City Strategie Wien" soll sich der Autoverkehr im Stadtgebiet nachhaltig ändern:

Der Autoverkehr im Stadtgebiet soll weiter nach unten sinken. Die Stadt Wien hat dafür ein Strategiepapier ausgearbeitet. Laut der Studie "Smart Klima City Strategie Wien" soll es bis 2030 nur noch 250 private Pkw pro tausend Einwohner geben. Der bewusste Parkplatz-Abbau ist Teil des Plans. "Stellplätze im öffentlichen Raum werden sukzessive reduziert", heißt es in dem Papier. In fünf Jahren soll also nur noch einer von vier Wienern ein Auto haben.

FPÖ-Mobilitätssprecher: Über 200 Parkplätze weg

Während Sima auf mehr Schatten und Abkühlung setzt, kritisiert die FPÖ einen massiven Verlust an Stellplätzen. Bei einem Lokalaugenschein mit dem Simmeringer FPÖ-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Daniel Eigner nahm auch der Wiener FPÖ-Mobilitätssprecher Klemens Resch am Donnerstag die bereits weit fortgeschrittenen Bauarbeiten unter die Lupe.

Die Bilanz der Freiheitlichen fällt vernichtend aus: Mehr als 200 Parkplätze und damit über 80 Prozent der bisherigen Stellplätze sollen nach ihren Einschätzungen verschwinden. Ein kompletter Parkstreifen sei bereits nahezu verschwunden. Die beiden übrigen würden durch Grünflächen und Entsiegelungsmaßnahmen regelrecht zerstückelt. "Mal bleiben drei Parkplätze erhalten, dann fallen fünf weg – und das über weite Teile der Straße", so FPÖ-Mobilitätssprecher Klemens Resch.

Im Mai gab es noch Parkmöglichkeiten auf der Simmeringer Hauptstraße, diese Zeiten scheinen vorbei. Hier im Bild: Planungsstadträtin Ulli Sima und Bezirksvorsteher Thomas Steinhart.
Stadt Wien/Christian Fürthner

Besonders brisant: Im Vorfeld sei angekündigt worden, dass grundsätzlich alle drei Parkstreifen erhalten bleiben würden. Für die FPÖ steht diese Aussage nun im Widerspruch zum tatsächlichen Umbau.

FPÖ-Simmering: "Geld wäre bei Gemeindebauten besser investiert"

Scharfe Kritik kommt von Bezirksvorsteher-Stellvertreter Daniel Eigner (FPÖ). Er sieht die Bedürfnisse der Anrainer und der lokalen Wirtschaft zu wenig berücksichtigt.

"Die FPÖ-Simmering hat dieses völlig überteuerte Projekt im Bezirk abgelehnt. Die Parkplätze werden von Anrainern und Geschäftsleuten dringend gebraucht. Das Geld wäre bei der Sanierung unserer Gemeindebauten wesentlich besser investiert", kritisiert der Bezirksvorsteher-Stellvertreter.

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FPÖ-Mobilitätssprecher: "Sima-Meter" kostet 13.000 Euro!

Für besonderen Wirbel sorgen die Kosten. Rechnet man die von der FPÖ genannten 9,076 Millionen Euro auf die rund 700 Meter lange Baustelle um, ergibt sich ein Betrag von knapp 13.000 Euro pro laufendem Meter. FPÖ-Wien-Mobilitätssprecher Klemens Resch hat dafür bereits einen neuen Begriff parat:

„Mit dem Sima-Meter hat Wien eine neue Maßeinheit: Ein Meter Straße kostet den Steuerzahler unglaubliche 13.000 Euro! Und als Draufgabe werden auch noch über 200 Parkplätze vernichtet.“
FPÖ-Mobilitätssprecher Klemens Resch

Während überall gespart werden müsse, schmeiße Wiens Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) das Steuergeld mit beiden Händen zum Fenster hinaus, so Resch weiter. "Für die Anrainer und Geschäftsleute ist das eine millionenschwere Zumutung!", fällt das knallharte Urteil von Resch aus.

Millionen-Streit um Simmeringer Hauptstraße

Während die Stadt Wien mit der Umgestaltung mehr Grünflächen, Schatten und eine bessere Aufenthaltsqualität schaffen will, fordert die FPÖ jetzt Antworten auf die Kosten- und Parkplatzfrage.

Vor allem der Sprung von 4,9 auf über neun Millionen Euro dürfte noch für Diskussionen sorgen. Denn die Gleisarbeiten der Wiener Linien sind in dieser Summe laut den Freiheitlichen noch gar nicht enthalten. Offen bleibt, wie die Stadt Wien die Mehrkosten erklärt und wie viele Parkplätze nach Abschluss der Bauarbeiten tatsächlich übrig bleiben.

red, Akt. 05.11.2026, 16:21, 05.11.2026, 16:15
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