"Mayday – Alarm im Cockpit"

Flugzeug-Held lernte in TV-Doku, was er tun muss

Ein Flugzeug sackte Tausende Meter ab, nachdem es im Cockpit zu einem Angriff gekommen sein soll. Yaniv Hayoun griff ein - mit Wissen aus einer Doku.
André Wilding
01.10.2026, 11:34
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174 Passagiere an Bord, ein Flugzeug im rasanten Sinkflug und ein schwer verletzter Pilot: In dieser dramatischen Situation griff der Israeli Yaniv Hayoun ein. Woher er wusste, was im Cockpit zu tun war, erzählte er später dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu: Er hatte eine Dokumentarserie über Flugzeug-Katastrophen gesehen.

Zuvor soll Hayoun gemeinsam mit weiteren Passagieren einen Angreifer überwältigt haben. Die israelische Regierung stuft den Angriff mittlerweile als Terrorakt ein.

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Pilot öffnete noch die Cockpittür

Nach Hayouns Schilderung schaffte es der mit einem Messer schwer verletzte Pilot noch, die Tür zum Cockpit zu öffnen. Der Passagier gelangte hinein und sah nach eigenen Angaben, wie der Co-Pilot versuchte, die Fluginstrumente zu zerstören.

Hayoun reagierte sofort: "Ich packte den Angreifer, nahm ihn in den Würgegriff und zog ihn zunächst nach draußen." Über den Mann sagte er weiter: "Er versuchte, alles zu zerstören, um das Flugzeug außer Kontrolle zu bringen."

Wissen aus TV-Doku hilft

Doch damit war die Gefahr nicht vorbei. Innerhalb von weniger als zwei Minuten verlor die Maschine Tausende Meter an Höhe. Hayoun ging deshalb nach eigener Darstellung erneut ins Cockpit. "Ich sprang wieder hinein, zog am Steuerhorn, nach hinten."

Netanjahu wollte von ihm wissen, woher er wusste, was er tun musste. Hayoun verwies auf die Dokumentarserie "Mayday – Alarm im Cockpit", in der Flugzeug-Katastrophen nachgestellt und analysiert werden.

"Ein bisschen kenne ich mich also aus", sagte der Passagier. Nach seiner Schilderung stabilisierte sich das Flugzeug anschließend wieder. Schließlich übernahm eine zweite Besatzung, die sich in der Kabine befunden hatte.

Netanjahu würdigte das Eingreifen: "Sie haben viele Leben gerettet" und "Sie haben eine schwere Katastrophe verhindert." Die Passagiere hätten "außergewöhnliche Geistesgegenwart und Mut" gezeigt.

Passagiere hören Schreie

Auch der 48-jährige Tzvika Manes, CEO einer israelischen Bank, war mit seiner Familie an Bord. Er schilderte, wie die Situation für ihn begann: "Ich war mit meiner Familie an Bord. Etwa eine Stunde vor der Landung wartete meine Frau auf meine Tochter vor der Toilette. Da hörte man die Schreie aus dem Cockpit. Die Tür öffnete sich und wir sahen, wie der Pilot mit dem Co-Piloten kämpfte."

Seine Frau habe ein Messer in der Hand des Co-Piloten gesehen. Kurz darauf begann die Maschine laut Manes zu sinken. "Dann ging das Licht in der Maschine aus und der Flieger begann, schnell zu sinken. Es war ein Albtraum", so Tzvika Manes. "Die Passagiere schrien vor Angst, einige weinten."

Gemeinsam mit zwei weiteren Männern sei er auf den Angreifer zugestürmt. "Während wir den Mann festhielten, schrie jemand, ob im Flugzeug noch Piloten sitzen, und es meldeten sich tatsächlich zwei Männer."

Angreifer festgenommen

Die Maschine konnte schließlich in Tabuk landen. Laut dem Flughafen wurden der Kapitän und der erste Offizier mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Flydubai erklärte, dass alle Passagiere und der Rest der Besatzung in Sicherheit seien. Der Angreifer wurde festgenommen und wird von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt. Nach israelischer Einschätzung soll er allein gehandelt haben.

Dass Hayoun im entscheidenden Moment zumindest eine Vorstellung davon hatte, was im Cockpit zu tun war, führte er selbst auf "Mayday – Alarm im Cockpit" zurück.

wil,01.10.2026, 11:34