Forderung nach Impfpflicht für ALLE in ZIB2 bei Armin Wolf

Mit Thomas Czypionka und Sigrid Pilz fand Armin Wolf Mittwochnacht zwei Studiogäste, die ein flammendes Appell für eine Impfpflicht ablegten.

Mehr als 14.400 Neuinfektionen an einem Tag – ein neuer Höchstwert in dieser Pandemie. Die Lage in den Spitälern eskaliert und die bisher gesetzten Maßnahmen wirken laut Einschätzung der Experten des Covid-Prognose-Konsortiums nicht stark genug, um eine Trendwende einzuleiten. Zusätzlich kommt noch die laut Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) die "beschämende" Impfquote im Land dazu. Das lässt den Schrei nach einer allgemeinen Impfpflicht immer lauter werden – selbst die Regierung, die diese bisher kategorisch abgelehnt habe, denkt bereits darüber nach.

In der ZIB2 mit ORF-Star Armin Wolf folgte dann ein flammender Appell für eine Impfpflicht für alle. Zu Gast im Studio waren Thomas Czypionka, IHS-Gesundheitssprecher, und die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz

"Es ist sehr traurig, dass wir darüber diskutieren müssen. Wir hätten ja schon längst eine Impfpflicht für all jene, die Umgang mit vulnerablen Gruppen haben, einführen können", erklärt Czypionka gleich zu Beginn. Er spricht sich auch für eine allgemeine Impfpflicht aus, allerdings nicht jetzt. 

"Sind in Katastrophensituation"

"Eine sofortige Einführung der allgemeinen Impfpflicht würde jetzt nur die Bevölkerung spalten, doch für die Zeit nach der vierten Welle sollte man diese in den Raum stellen", sagt der Gesundheitsökonom. Jedenfalls müsse man auf die Bevölkerung zugehen und Unterstützung suchen. "Die Erfahrung in anderen Ländern, die eine Impfpflicht mit Strafen durchsetzen, ist, dass das gar nicht so einfach ist."

Das sieht auch Sigrid Pilz so. Sie könne sich eine Impfpflicht "jedenfalls für alle Volljährigen" vorstellen, bis zu welchem Alter Kinder sinnvoll inkludiert werden sollten, solle die Wissenschaft entscheiden. 

Eine Impfpflicht im Gesundheitssektor oder bei anderen Berufsgruppen hätte man schon längst vorbereiten können, erst jetzt rede man darüber, beklagt die Patientenanwältin. "Jetzt sind wir bei einer Katastrophensituation. Jetzt sind so viele Menschen gefährdet von dieser Erkrankung, jetzt glaube ich, ist es Zeit für eine allgemeine Impfpflicht." Sie erhofft sich damit einen Anstieg der Impfquote in den 70 bis 80-Prozentbereich, um "besonders gefährdete Gruppen" wie etwa Kinder geschützt werden. 

Lockdown für alle

Aus Solidarität solle dann gleich auch noch ein Lockdown für alle verhängt werden. Das bringe die gespaltene Gesellschaft wieder zusammen, ist Pilz überzeugt: "Mit einem Lockdown für alle haben wir wieder ein gemeinsames Ziel. Wenn wir uns jetzt am Riemen reißen für zwei bis drei Wochen, dann können wir aufatmen."

Czypionka fordert derweil "auf jeden Fall auch Maßnahmen für Geimpfte": "Wir brauchen 2G+, wir brauchen Maskenpflicht, Vorverlegung der Sperrstunden – wir brauche eine Notbremse. Die aktuelle Situation führt bereits zu Kollateralschäden in Spitälern." Man müsse dabei gar nicht so extrem vorgehen, wie bei den Lockdowns im vergangenen Jahr: "Wenn wir aber noch jeden Tag weiterwarten, wird ein allgemeiner Lockdown unvermeidlich." Die Schulen, so der IHS-Experte weiter, sollten aber als aller letztes geschlossen werden.

Chaos an den Schulen

Punkto Schulen (und Kindergärtin) hatte auch Pilz noch einiges zu sagen. Dort herrsche derzeit totales Chaos und auch hier hätte man  es verabsäumt, vor Wochen weitere Maßnahmen in den Klassen umzusetzen. Nun sei man in einer Situation, wo ein einziger Lehrer gleich mehrere Klassen anstecken könne. "Die Eltern haben Angst!", mahnt die Wiener Patientenanwältin.

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