In Aserbaidschan hat der erste von sechs Sprints der Saison 2023 stattgefunden, Red-Bull-Star Sergio Perez entschied das Kurz-Rennen über rund ein Drittel der Renndistanz für sich, genauso wie den Grand Prix am Tag darauf. Für das erhoffte Spektakel konnte der Sprint, mit Ausnahme des Duells zwischen Max Verstappen und George Russell samt Wortgefecht danach, aber nicht sorgen.
Dabei hatte die Formel 1 kurzfristig ein neues Wochenend-Format eingeführt, der sogenannte Sprint-Shootout, ein zweites Qualifying ausschließlich für den Sprint, wurde eingeführt. Das Qualifying für den Großen Preis blieb bestehen. So sollte der Sprint vom Großen Preis entkoppelt werden – in der abgelaufenen Saison ergab das Sprint-Ergebnis noch die Startaufstellung für den Großen Preis am Sonntag. Man ortete allerdings zu wenig Risiko bei den Piloten, die Gefahr, eine gute Startposition am Sonntag zu verschenken, war zu groß. Daran hat sich in Baku jedoch wenig geändert. Denn die hohen Punkte gibt es nach wie vor im klassischen Grand Prix, mit einem schweren Unfall wäre der Start im Rennen gefährdet.
Wohl auch deshalb hat Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali nun eine bemerkenswerte Klarstellung von sich gegeben. "Ich denke nicht, dass wir in eine Situation geraten wollen, in der wir in Zukunft alle Rennen im Sprintformat austragen werden", wischte der italienische Formel-1-Boss Gerüchte weg, die Rennserie könnte es der MotoGP gleichtun und ebenfalls an allen Rennwochenenden Sprints ansetzen.
"Wir wollen eine begrenzte Anzahl von vielleicht einem Drittel des Kalenders beibehalten und etwas Besonderes schaffen. Ich denke, das ist der richtige Weg", untermauerte der 57-Jährige. Die Motorsport-"Königsklasse" peilt 24 Rennen pro Saison an, ein Drittel wären also acht Sprints pro Saison. Aktuell gibt es sechs angesetzte Kurz-Rennen. Das Nächste steigt am Grand-Prix-Wochenende von Österreich in Spielberg. Weiters sind Sprints noch in Spa, in Katar, in Austin und in Sao Paulo vorgesehen.
"Es ist unsere Idee, dafür zu sorgen, dass während des Rennwochenendes immer etwas auf der Strecke los ist. Das Ergebnis des ersten Rennens in diesem Jahr war sehr ermutigend. Jeder unserer Partner und auch die Teams sind sehr positiv gestimmt. Das erste Wochenende war großartig", meinte Domenicali, der um die Zweifel der traditionellen Formel-1-Fans weiß. "Aber normalerweise haben wir bei den neuen Fans sehr, sehr positive Reaktionen. Darauf haben die Promoter hingearbeitet."