Mercedes erlebte beim Formel-1-Comeback in Malaysia ein Wochenende zum Vergessen. Ausgerechnet ein großes Auto-Upgrade brachte nicht den erhofften Fortschritt. Im Qualifying fehlte der Speed, im Rennen kam für George Russell auch noch das bittere Aus.
Der Brite lag auf Rang drei, als ihn kurz vor Schluss ein Motordefekt stoppte. Damit sind auch seine Hoffnungen auf den WM-Titel praktisch dahin. Der Rückstand auf Teamkollege Kimi Antonelli beträgt bereits 84 Punkte.
"Das war das schlechteste Wochenende der Saison für uns", ärgerte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der Wiener ging sogar noch weiter: "Ehrlich gesagt, gehört das zu meinen schlimmsten Erfahrungen."
Wolff entschuldigte sich öffentlich bei Russell. "George ist ein starkes Rennen gefahren, aber wir haben ihn im Stich gelassen." Dass Mercedes in dieser Saison bereits mehrfach von Problemen gebremst wurde, bringt den Teamchef auf die Palme: "Das ist inakzeptabel."
Während Mercedes enttäuscht abreiste, gab es bei Red Bull Grund zum Feiern. Max Verstappen holte in Sepang seinen ersten Saisonsieg und bescherte Red Bull damit auch den ersten Erfolg seit dem Start der eigenen Motorenentwicklung mit Ford.
Für zusätzlichen Wirbel sorgte ein Software-Problem bei der FIA. Mehrere Autos blieben in der Einführungsrunde stehen oder verloren vorübergehend Leistung. Der Start musste um gut eine Stunde verschoben werden, während alle Teams ein Software-Update installierten.
Von "Formel peinlich" oder "Formel Farce" war im internationalen Blätterwald die Rede. "Ich glaube, wenn wir etwas mehr Tests durchgeführt hätten, hätten wir das Problem wahrscheinlich rechtzeitig erkennen können und wären nicht in eine solche Situation geraten", stellte FIA-Technikdirektor Nikolas Tombazis klar.
Wegen des Bugs waren einige Boliden in der Einführungsrunde stehen geblieben oder hatten kurzzeitig keine Power mehr. Das führte zu einer Verzögerung des Starts um gut eine Stunde, da ein Software-Update von allen Teams hochgeladen werden musste.
Die FIA kündigte eine Untersuchung an. Verstappen verwies auf die enorme Komplexität der neuen Technik: "Diese Motoren sind so kompliziert und es ist eine große Menge an Software eingebaut."