Weit draußen in unserem Sonnensystem haben Astronomen eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht! Jenseits der Umlaufbahn von Pluto ist ihnen ein bislang unbekannter Himmelskörper aufgefallen. Er trägt die vorläufige Bezeichnung 2026 ED138 und könnte sich als neuer Zwergplanet entpuppen.
Die Entdeckung wurde am Dienstag (27. Oktober) vom Vera-C.-Rubin-Observatorium in Chile bekannt gegeben. Erste Berechnungen lassen vermuten, dass es sich um eines der größten Objekte handelt, die bisher in dieser abgelegenen Region gefunden wurden.
Wie groß die neu entdeckte Welt tatsächlich ist, steht noch nicht fest. Die Forscher schätzen ihren Durchmesser derzeit auf 600 bis 1.500 Kilometer.
Zum Vergleich: Pluto misst rund 2.377 Kilometer im Durchmesser. Der neue Himmelskörper wäre damit kleiner als Pluto, könnte aber dennoch zu den größten bekannten Objekten jenseits des Neptuns zählen.
Derzeit ist ED138 ungefähr 46-mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Das entspricht rund 6,9 Milliarden Kilometern. In dieser Entfernung erreicht nur noch wenig Sonnenlicht seine Oberfläche.
Entdeckt wurde das Objekt vom Astronomen Matthew Holman. Er untersuchte Aufnahmen des Rubin-Observatoriums mit einem Computerprogramm, das winzige Bewegungen zwischen Milliarden von Lichtpunkten aufspüren kann.
Als das Programm ED138 fand, fiel Holman sofort dessen ungewöhnliche Helligkeit auf. "Meine erste Reaktion war begeisterter Unglaube", berichtet der Forscher. Solche Objekte seien äußerst selten. Deshalb habe er zunächst überprüft, ob nicht ein Fehler vorlag.
Doch weitere Aufnahmen bestätigten den Fund. In älteren Bildern ließ sich der Himmelskörper sogar bis ins Jahr 2016 zurückverfolgen.
Für die offizielle Anerkennung fehlen noch wichtige Daten. Ein Zwergplanet muss unter anderem so groß sein, dass ihn seine eigene Schwerkraft in eine annähernd runde Form bringt. Bei einem eisigen Körper wie ED138 wäre das aufgrund seiner geschätzten Größe durchaus möglich.
Weitere Beobachtungen sollen nun klären, wie groß das Objekt wirklich ist und wie seine Oberfläche beschaffen ist. Bestätigt sich der Verdacht, könnte ED138 eines Tages zu den fünf offiziell anerkannten Zwergplaneten Pluto, Ceres, Eris, Haumea und Makemake hinzukommen.
Besonders spannend ist auch die ungewöhnliche Umlaufbahn: Sie ist um fast 25 Grad gegenüber der Ebene geneigt, in der die meisten Planeten um die Sonne kreisen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Schwerkraft des Neptuns den Himmelskörper vor langer Zeit auf diese Bahn gebracht haben könnte.
Das Rubin-Observatorium soll in den kommenden zehn Jahren immer wieder große Teile des südlichen Sternenhimmels fotografieren. Die Forscher hoffen deshalb, dass ED138 erst der Anfang ist – und noch zahlreiche weitere unbekannte Welten jenseits von Pluto entdeckt werden.