Null Einsicht zeigte ein – mittlerweile gefeuerter – Buslenker am Landesgericht Tirol. Als Fahrer eines Linienbusses hatte er vergangenes Jahr Hände und Augen ständig auf seinem Handy. Eine besorgte Passagierin bat ihn deshalb, doch mehr auf den Verkehr zu achten, berichtet die "Tiroler Tageszeitung".
Doch er wollte nicht hören. Weil er weiter unverblümt am Handy herumspielte und nur eine Hand am Lenkrad hatte, machte die Frau Fotos des Angestellten. Der bekam das mit, bremste den Bus abrupt ab, beleidigte die Passagierin wüst und forderte sie auf, die Fotos zu löschen, ihr Handy herzugeben und auszusteigen.
Als sie das natürlich verweigerte, stieß er sie kurzerhand aus der geöffneten Tür. Die Frau landete auf den angrenzenden Straßenbahngleisen. Die anderen Insassen bekamen alles mit – und sagten beim Prozess als Zeugen aus.
Die Betroffene selbst erklärte vor Gericht: "Er telefonierte immer und hatte überhaupt nur eine Hand am Lenkrad. Ich sagte ihm nur, er solle das doch bitte lassen und beide Hände ans Lenkrad tun. Die Fotos habe ich dann nur zur Untermauerung einer Beschwerde angefertigt."
"Die Frau hatte als Fahrgast sehr wohl das Recht, für Beweiszwecke Fotos anzufertigen. Sie hatten aber kein Recht, einen Passagier gewaltsam aus dem Bus zu befördern. Sie könnten das Ticket entziehen, den Fahrgast der VVT melden oder allenfalls die Exekutive rufen", erklärt der Richter sein Urteil.
Schmerzengeld forderte sie beim Prozess keines, doch der Lenker wurde wegen Nötigung zu einer zur Hälfte bedingten Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Der Ex-Buslenker akzeptierte das Urteil nicht und meldete prompt Berufung an. Es gilt deshalb weiter die Unschuldsvermutung.