Jahrelang soll eine 35-jährige Frau in Tirol Gewalt durch ihren eigenen Ehemann erlebt haben. Laut Anklage schlug der heute 36-Jährige seine Frau mehrmals pro Woche und vergewaltigte sie auch, berichtet der ORF. Die Vorwürfe reichen rund 15 Jahre zurück.
Besonders erschütternd: Der Mann soll seiner Frau gedroht haben, sie umzubringen und ihr den gemeinsamen Sohn wegzunehmen, falls sie zur Polizei gehen würde.
Ins Rollen kamen die Ermittlungen schließlich durch eine anonyme Anzeige aus der eigenen Familie. Als die Polizei nach dem Rechten sah, trafen die Beamten auf eine eingeschüchterte Frau. Sie erzählte ihnen schließlich von den jahrelangen Übergriffen.
Wie die Staatsanwältin im Prozess erklärte, handelte es sich bei der Beziehung um eine arrangierte Ehe zwischen Cousin und Cousine. Mehrere Familienmitglieder verweigerten vor Gericht die Aussage gegen ihren Verwandten.
Die Schwester der Betroffenen sagte hingegen aus. Das Gericht stufte ihre Aussagen ebenso als glaubwürdig ein wie jene der 35-Jährigen. Ihre ausführliche Befragung wurde im Prozess als Video abgespielt.
Am Montag, 2. November, fiel schließlich das Urteil am Landesgericht Innsbruck: Der 36-Jährige wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.