Gesundheit

Frau soll sich durch Brief mit Corona infiziert haben

Der einzige in Peking entdeckte Omikron-Fall wurde auf einen Brief aus Kanada zurückgeführt, berichten offizielle Medien in Peking. Ist da was dran?

Sabine Primes
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Die Hauptübertragungswege von Corona sind nach wie vor Tröpfchen und Aerosole - nicht Briefe.
Die Hauptübertragungswege von Corona sind nach wie vor Tröpfchen und Aerosole - nicht Briefe.
Getty Images/iStockphoto

Der einzige in Peking (China) entdeckte Omikron-Fall wurde auf ein internationales Dokument aus Kanada zurückverfolgt, und es wurde festgestellt, dass er ähnliche Stämme wie in Nordamerika und Singapur aufweist, berichteten offizielle Medien in Peking.

Die Pekinger Patientin erhielt am 11. Jänner eine Postsendung aus Kanada, die über die Vereinigten Staaten und die Sonderverwaltungszone Hongkong versandt wurde, sagte Pang Xinghuo, stellvertretender Direktor des Pekinger Zentrums für Krankheitsbekämpfung und Prävention, auf einer Pressekonferenz.

Viren auf Kuvert 

Die Patientin gab an, dass sie die Außenseite des Kuverts und die erste Seite des darin enthaltenen Dokuments berührt habe, so Pang. Die Beamten entnahmen 22 Umweltproben aus dem internationalen Poststück, und die Tests fielen alle positiv aus, sagte sie. Die Patientin war in den 14 Tagen vor dem Auftreten der Symptome weder in andere Provinzen oder Städte gereist, noch hatte sie Kontakt zu Risikogruppen.

Bislang sind die Ergebnisse der Nukleinsäure-Tests von 69 engen Kontaktpersonen und mehr als 810 Umweltproben negativ ausgefallen, mit Ausnahme der Proben, die in ihrem Haus und an ihrem Arbeitsplatz entnommen wurden, so Pang.
Acht Personen, die in Verbindung mit der Post standen, wurden aufgespürt. Ihre Testergebnisse waren negativ, sagte der Beamte.

Das chinesische Staatsfernsehen warnt wegen der Verbreitung des Coronavirus vor Post und Einkäufen aus dem Ausland: "Minimieren Sie den Kauf von Überseewaren aus Ländern mit einer hohen Inzidenz", heißt es von offizieller Stelle.

"Kein bekanntes Risiko"

Kanadas Post macht dagegen auf ihrer Website unter Berufung auf die nationale Gesundheitsbehörde klar: Es "besteht kein bekanntes Risiko, dass Coronaviren über Pakete oder Päckchen nach Kanada gelangen".

Und weiter: "Aufgrund der geringen Überlebensfähigkeit von Coronaviren auf Oberflächen besteht im Allgemeinen ein geringes Risiko der Verbreitung durch Produkte oder Verpackungen, die über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen versandt werden." Derzeit gebe es keine Hinweise, dass Covid-19 durch Pakete übertragen werde.

Hauptübertragungswege sind nach wie vor Tröpfchen und Aerosole. Auch eine Schmierinfektion ist sehr unwahrscheinlich: "Eine Schmierinfektion einer weiteren Person erscheint dann möglich, wenn das Virus kurz danach über die Hände auf die Schleimhäute der Nase oder der Augen übertragen wird. Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht zu beachten", heißt es auf der Homepage des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

"Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden", so das BfR.