Eine Kontrolle im Raum Purkersdorf brachte einen mutmaßlichen Sozialleistungsbetrug ans Licht. Angehörige einer 88-jährigen Ukrainerin sollen auch nach deren Tod weiter Pflegegeld bezogen haben. Der Schaden wird mit rund 10.700 Euro beziffert.
Ausgangspunkt war eine Überprüfung nach dem Meldegesetz. Ein Polizist wollte kontrollieren, ob die durch den Krieg aus der Ukraine vertriebene Seniorin tatsächlich an ihrer gemeldeten Adresse lebte. Dort wurde sie jedoch nicht angetroffen.
Ihre 48-jährige Schwiegertochter erklärte laut Polizei, die Frau sei gesundheitlich nicht in der Lage, sich zu zeigen. Bei weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass Angehörige die 88-Jährige bereits im August 2025 wegen ihres schlechten Gesundheitszustands in die Ukraine gebracht haben sollen. Dort soll sie im Dezember 2025 gestorben sein.
Trotz ihres Todes soll weiterhin Pflegegeld für die Seniorin bezogen worden sein. Darüber berichteten zuerst die "NÖN".
Auch vor dem Landesverwaltungsgericht soll die Schwiegertochter 2026 angegeben haben, dass ihre Schwiegermutter noch lebe. Für deren Fernbleiben von einem Gerichtstermin wurde ein Schreiben vorgelegt, das sich laut Polizei später als gefälscht herausstellte. Es folgten Anzeigen wegen des Verdachts der falschen Beweisaussage und der Fälschung eines Beweismittels.
Noch im April 2026 soll gegenüber der Bezirkshauptmannschaft erklärt worden sein, die 88-Jährige sei am Leben und halte sich in der Ukraine auf.
Die Pensionsversicherung äußert sich wegen des laufenden Verfahrens nicht zu Einzelheiten. Der Sohn und die Schwiegertochter der verstorbenen Frau sollen Österreich inzwischen verlassen haben. Vermutet wird, dass sie sich in der Ukraine befinden. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten bestätigte entsprechende Ermittlungen gegenüber dem ORF.