Ein Haus, eine gemeinsame Zukunft und ein berühmter Mann an ihrer Seite. Für eine 38-jährige Frau aus Dresden schien sich ein ganz besonderer Liebestraum zu erfüllen. Ihr vermeintlicher Partner: niemand Geringerer als Deutschrap-Star Sido.
Doch statt großer Gefühle gab es am Ende eine böse Überraschung. Denn hinter dem angeblichen Rapper steckten dreiste Internetbetrüger.
Wie die Polizeidirektion Dresden mitteilte, war die Frau aus dem Stadtteil Seidnitz über soziale Medien mit einem vermeintlichen Musiker in Kontakt gekommen.
Nach Angaben eines Polizeisprechers gegenüber "TAG24" gaben sich die Täter dabei als Sido aus.
Über mehrere Monate hinweg bauten die Unbekannten Vertrauen auf und gaukelten der 38-Jährigen eine romantische Beziehung vor. Die Frau glaubte schließlich, mit dem bekannten Rapper eine gemeinsame Zukunft planen zu können.
Doch die angebliche Liebe hatte einen ziemlich hohen Preis.
Irgendwann kam das Gespräch auf eine gemeinsame Immobilie. Der vermeintliche Sido wollte angeblich ein Haus kaufen, in dem beide zusammenleben könnten. Dafür sollte die Frau Geld beisteuern.
Sie vertraute ihrem Online-Partner und überwies insgesamt rund 43.000 Euro auf fremde Konten. Doch dann wurde ihre Bank misstrauisch.
Eine der Überweisungen wurde vom Geldinstitut gestoppt. Als die Dresdnerin nachfragte, warum ihre Zahlung nicht durchgeführt worden war, flog der Betrug auf.
Die Bank machte die Frau auf den Schwindel aufmerksam. Anschließend wurde die Polizei eingeschaltet.
Ein Teil des Geldes konnte damit noch gerettet werden. Trotzdem entstand laut Polizei ein tatsächlicher Schaden von rund 20.000 Euro. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur.
Die Ermittler versuchen nun herauszufinden, wer hinter den Nachrichten steckt. Laut "Bild" werden dafür unter anderem die elektronischen Geräte untersucht, mit denen die Frau Kontakt zu den Betrügern hatte.
Die Hoffnung: Digitale Spuren könnten Hinweise auf die Identität der Unbekannten liefern.
Der echte Sido hat mit der Angelegenheit selbstverständlich nichts zu tun. Sein Name und seine Bekanntheit wurden lediglich für die Betrugsmasche missbraucht.
Bei der Masche handelt es sich um sogenanntes "Love Scamming". Kriminelle täuschen über das Internet romantische Gefühle vor, gewinnen über Wochen oder Monate das Vertrauen ihrer Opfer und fordern schließlich Geld.
Besonders perfide wird die Methode, wenn sich die Täter als bekannte Persönlichkeiten ausgeben.
Im Fall der 38-jährigen Dresdnerin verhinderte erst die Aufmerksamkeit ihrer Bank, dass der finanzielle Schaden noch größer wurde.