Der öffentliche Streit zwischen den beiden deutschen Influencern KuchenTV und Langlebepapa erreicht eine neue Eskalationsstufe.
Nachdem sich die beiden bereits gegenseitig kritisiert und mit rechtlichen Schritten gedroht hatten, veröffentlichte KuchenTV am 28. Oktober Screenshots eines angeblichen TikTok-Chats.
Die darin enthaltenen Nachrichten sollen von Langlebepapa stammen. Besonders brisant: Die andere Person war dem veröffentlichten Verlauf zufolge erst 14 Jahre alt.
Ob der Influencer die Nachrichten tatsächlich selbst verfasst hat, ist allerdings umstritten.
Laut den von KuchenTV verbreiteten Screenshots soll der Absender dem Mädchen zunächst Komplimente gemacht und erklärt haben, dass sie seinem Typ entspreche.
Die Jugendliche habe daraufhin klargestellt, dass sie erst 14 Jahre alt sei und das Gespräch gerne beenden möchte.
Dennoch soll die Unterhaltung weitergegangen sein.
In den veröffentlichten Nachrichten ist unter anderem davon die Rede, dass sich das Mädchen mit 18 Jahren wieder melden könne. Auch ihr Aussehen und ihre Körpergröße sollen thematisiert worden sein.
KuchenTV erklärte, neben den Screenshots auch eine Bildschirmaufnahme erhalten zu haben. Darauf sei zu sehen, wie durch die Unterhaltung gescrollt und anschließend das betreffende TikTok-Profil geöffnet werde.
Für den YouTuber ist das ein Beleg für die Authentizität des Materials. Eine unabhängige Bestätigung der Urheberschaft liegt jedoch nicht vor.
Langlebepapa bestreitet die Vorwürfe vehement. Zunächst bezeichnete er die veröffentlichten Nachrichten in sozialen Netzwerken als Fälschungen und brachte auch eine mögliche Manipulation durch künstliche Intelligenz ins Spiel.
Inzwischen hat sich sein Rechtsanwalt Markus Haintz mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Darin heißt es unmissverständlich: "Unser Mandant hat diesen Chat nicht geführt."
Die ihm zugeschriebenen Nachrichten stammten nicht von ihm. Er habe sie weder geschrieben noch verschickt. Der Anwalt liefert außerdem eine Erklärung dafür, warum die Nachrichten möglicherweise seinem Account zugeordnet wurden.
Langlebepapa habe zum betreffenden Zeitpunkt keinen Zugriff auf seinen TikTok-Account gehabt. Dies könne man, falls notwendig, auch vor Gericht belegen.
Der Streit beschränkt sich längst nicht mehr auf die angeblichen Nachrichten. Auch andere schwere Anschuldigungen stehen zwischen den beiden Influencern im Raum. So hatte KuchenTV behauptet, Langlebepapa habe Geld für einen körperlichen Angriff auf ihn in Aussicht gestellt.
Auch diese Darstellung weist die anwaltliche Vertretung von Langlebepapa ausdrücklich zurück. Laut der Stellungnahme wurde KuchenTV wegen verschiedener behaupteter Rechtsverstöße bereits abgemahnt. Zudem kündigte der Anwalt strafrechtliche Schritte an.
Unabhängig von der Auseinandersetzung mit KuchenTV hat Langlebepapa derzeit weitere juristische Probleme.
Am 30. Oktober begann vor dem Amtsgericht Hamburg ein Verfahren gegen den 33-Jährigen. Dabei geht es unter anderem um Videos, in denen er sich als Lebensmittelkontrolleur ausgegeben haben soll. Die Vorwürfe in diesem Verfahren stehen nicht im Zusammenhang mit den nun veröffentlichten Chatnachrichten.
Wie der Streit mit KuchenTV ausgeht, bleibt offen.