Im Schweizer Kanton Waadt muss sich eine Frau wegen Verleumdung vor Gericht verantworten. Sie hatte ihren Ex-Mann beim Jugendamt wegen Kindesmisshandlung angezeigt. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, dass es um ein Chamäleon geht.
Rasch wurde klar, dass die Behauptungen der Frau frei erfunden waren. Sie hatte der Behörde geschrieben, dass "das Kind Robin" (Name geändert, Anm.) in einer "toxischen Familie" lebe, die von "häuslicher Gewalt, häufigen Umzügen und anhaltenden Konflikten geprägt sei", wie "20 Minuten" berichtet.
Doch als die Jugendfürsorge bei ihrem Ex-Mann und dessen neuer Partnerin vorbeischaute, lebte dort gar kein Kind. Bei der Nachfrage nach "Robin" stellte sich heraus, dass das Chamäleon des Paares diesen Namen trägt.
Wie die Ex-Frau zu ihren Misshandlungsvorwürfen kam, ist nur auf eine Weise erklärbar: Auf dem Türschild des Paares ist neben den beiden Namen auch der Name "Robin" zu lesen. Die Frau dürfte also ihrem Ex nachgeschnüffelt haben und beim lesen des Türschilds zu dem Schluss gekommen sein, dass er eine neue Familie gegründet hat.
Ohne Kind jedoch keine Kindesmisshandlung. Auch dem Chamäleon dürfte es dem Anschein nach gut gegangen sein.
Statt Ermittlungen gegen den Ex muss sich nun die Frau wegen Verleumdung vor Gericht verantworten. Laut Staatsanwaltschaft sei ihre Anzeige "böswillig und verleumderisch" gegenüber den vermeintlichen Eltern gewesen.