Schluss mit Stop-and-Go für Bus und Straßenbahn – Falschparker, abbiegende Autos und Dauer-Stau bremsen Wiens Öffis täglich aus. Jetzt sagt die Stadt: Halt nur mehr bei der Haltestelle – sonst freie Fahrt.
Gemeinsam mit den Wiener Linien startet die Stadt eine große Beschleunigungsoffensive. Ziel: Busse und Bims sollen schneller, zuverlässiger und effizienter unterwegs sein. Immerhin legen die Wienerinnen und Wiener bereits 34 Prozent ihrer Alltagswege mit Öffis zurück – Tendenz steigend.
"Schon jetzt legen die Wienerinnen und Wiener 34 Prozent ihrer Alltagswege mit den Öffis zurück – und wir wollen diesen Anteil weiter erhöhen. Entscheidend ist, dass man mit den Öffis schnell und zuverlässig ans Ziel kommt. Mit kürzeren Umlaufzeiten können wir gerade in budgetär herausfordernden Zeiten so wichtige Effizienzpotenziale im Betrieb der Linien heben. Daher wollen wir diese Legislaturperiode nutzen, um den öffentlichen Verkehr maximal zu beschleunigen", so Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).
"Wir nehmen 29 Straßenbahn- und 135 Autobuslinien unter die Lupe und schauen uns an, wo Beschleunigungspotenzial besteht. Und genau dort werden dann gezielt Maßnahmen gesetzt. Damit jene Fahrgäste, die sich für U-Bahn, Straßenbahn und Bus entscheiden, schneller vorankommen", sagt Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl.
Bereits jetzt schalten drei Viertel aller Öffi-Ampeln automatisch auf Grün. 2024 kamen 40 neue Bevorzugungen dazu. Über die Hälfte der Straßenbahn fährt schon auf eigener Trasse – getrennt vom Autoverkehr.
Ein Dauer-Ärgernis: Falschparker. Vier Mal täglich werden Bus oder Bim blockiert. Die Strafen wurden deshalb nochmals erhöht: Seit 1. Jänner sind 467 Euro fällig. 2010 gab es noch 3.600 Verparker – mittlerweile ist die Zahl auf rund 1.500 gesunken.
Am 18. Februar bringt Rot-Pink im Gemeinderat das Programm "Mehr Tempo für Bus und Bim" offiziell auf Schiene. Ziel: Öffis priorisieren, Klimaziele erreichen – und Wien als internationale Öffi-Vorzeigestadt weiter ausbauen.
"Der öffentliche Verkehr ist das pulsierende Herz der Wiener Mobilität. Als Aufschwungskoalition zünden wir nun gemeinsam den Öffi-Boost - damit Bus und Bim nicht länger im Stau stehen, sondern die Wiener*innen schnell, verlässlich und komfortabel an ihr Ziel bringen", sagt NEOS Wien Klubvorsitzende Selma Arapović.
Die Grünen Wien begrüßen die Initiative. "Mehr Ampel-Priorität, eigene Spuren und Schluss mit Blockaden durch Falschparker:innen – das ist genau das, wofür wir Grüne seit Jahren kämpfen. Wir haben mit der 'Grünen Welle für Öffis' bereits Ende 2022 ein klares Konzept vorgelegt", so die Mobilitätssprecher:innen der Grünen Wien, Heidi Sequenz und Kilian Stark.