Nach Eklat bei Feldmesse

Friedensangebot! FPÖ-Mann lädt Bischof auf Kaffee ein

Eine Predigt vom Innsbrucker Bischof Glettler hat FPÖ-Politiker Steiner wohl nicht gefallen. Er soll den Geistlichen attackiert haben. Nun die Wende:
Newsdesk Heute
06.05.2026, 21:15
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

In diesem Jahr kam es bei einer Feldmesse im Rahmen des traditionsreichen Gauder Fests in Zell am Ziller zu einem Eklat. Wie bereits berichtet, soll dem FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christoph Steiner bei der dortigen Predigt des Innsbrucker Bischofs Hermann Glettler der Kragen geplatzt sein.

Laut "Heute"-Infos habe er den Geistlichen mit den Worten "Du hättest besser Politiker bei den Grünen werden sollen – Frechheit!" attackiert. Steiner bestreitet, den Satz laut gerufen zu haben, andere Besucher widersprechen dem Freiheitlichen aber. Von einem für "alle hörbaren" Zwischenruf war die Rede.

Harte Kritik der ÖVP

Gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" legte Steiner zunächst noch nach und warf dem Bischof "parteipolitische linke Agitation" vor, die "nicht in eine Eucharistiefeier" gehöre. Laut dem FPÖ-Politiker habe Glettler die FPÖ diskreditiert.

Diese Passage dürfte Steiner nicht gefallen haben:

"Euer Herz lasse sich nicht verwirren!' Welch eine starke Zusage – und ein Auftrag gleich zu Beginn des heutigen Evangeliums! Innerlich nicht wirr werden, hineingerissen in einen Strudel, in dem man sich vor lauter Lügen und Manipulationen nicht mehr auskennt. Leider sind wir alle leicht verführbar. Vorsicht deshalb vor denen, die das Blaue vom Himmel versprechen: "Mit uns wird alles besser, alles gerechter. Mit uns kommt die gute alte Zeit zurück!" Das sind leere Worte. Und wenn dann jemand noch die Klaviatur von Neid, Hass und Verlustängsten beherrscht – gegen die Sozialbetrüger und "Völkerwanderer" – dann bitte Vorsicht: Es gibt nicht die einfachen Lösungen! Neid erzeugt Neid, Enthemmung führt zu weiterer Enthemmung und Hass produziert Hass. Wollen wir das? Gefährlich ist das Nicht-Zuhören und Drauflos-Behaupten."

Die Kritik an der verbalen Entgleisung des Blauen ließ nicht lange auf sich warten. Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) meinte, dass es unpassend sei, eine Feldmesse mit politischen Zwischenrufen zu stören. Noch deutlicher wurde der Klubchef der Tiroler Volkspartei, Jakob Wolf. Er meinte, dass man mit so einem Verhalten nie regierungsfähig sei. Zudem forderte er den Chef der Tiroler Freiheitlichen, Markus Abwerzger, auf, "ein klares Machtwort" in der Causa zu sprechen.

Steiner mit Videobotschaft

Nun hat sich Steiner erneut in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Darin lädt er Glettler zu einem Gespräch bei Kaffee und Kuchen ein. Der Freiheitliche zeigte sich davon überzeugt, dass man sich schon ausreden könne – "ohne Zwischenrufe der ÖVP", berichtet die "TT".

Zuvor kamen aus den Reihen der FPÖ allerdings noch andere Töne. Genauer gesagt vom Verfassungssprecher der Freiheitlichen aus Niederösterreich, Hubert Keyl – "Heute" berichtete. Dieser ortete ein "klares parteipolitisches Muster bei österreichischen Bischöfen". Nach der Kritik von Erzbischof Franz Lackner an FPÖ-Chef Herbert Kickl habe nun auch Glettler "mit parteipolitischen Anspielungen von der Kanzel" auf sich aufmerksam gemacht.

Dann ließ Keyl noch mit der Forderung aufhorchen, dass die Kirchensteuer abgeschafft werden soll. "Keine ORF-Zwangssteuer und keine Kirchensteuer – das nenne ich Freiheit." Zumindest auf die Kirchenbeiträge der FPÖ-Wähler solle der Bischof verzichten, wenn er sie schon herabsetzen würde, so der FPÖ-Politiker.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.05.2026, 21:15
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen