Eklat bei Feldmesse

"Frechheit" – FPÖ-Mann platzt bei Predigt der Kragen

Die Feldmesse im Rahmen des Gauder Fests wurde von einem unangenehmen Zwischenfall gestört. Christoph Steiner unterbrach die Predigt des Bischofs.
Leo Stempfl
04.05.2026, 13:06
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Das Gauder Fest in Zell am Ziller ist eines der größten Brauchtumsfeste Österreichs. Schon seit mindestens 600 Jahren pilgern die Tiroler und viele weitere Besucher ins Zillertal, um dem breit gefächerten Programm beizuwohnen. Höhepunkt ist stets der größte Trachtenumzug der Republik.

Österreichs Politik ist dabei freilich stets prominent vertreten. Landeshauptmann Anton Mattle nahm am Freitag den Bierfassanstich vor, Staatssekretär Alexander Pröll übte sich als Social-Media-Praktikant.

Blaue Prominenz bei Feldmesse

Der Sonntag steht naturgemäß oftmals klar im Zeichen der Traditionen, zu denen auch die Religion zählt. Eine eindrucksvolle Feldmesse läutet den Tag des Herrn ein. In der ersten Reihe mit dabei: FPÖ-Nationalratsabgeordneter Christoph Steiner, selbst Zillertaler und flankiert von weiteren blauen Granden wie Dagmar Belakowitsch.

"Ein Tag, der auch einmal mehr beweist, wie lebendig unser Brauchtum ist und wie sehr es die Menschen verbindet", sollte er später auf Instagram resümieren. Er selbst dürfte sich aber eher weniger an diesem Mantra orientiert haben.

FPÖ-Mann platzt bei Predigt der Kragen

"Heute"-Infos zufolge soll der FPÖ-Mann vor rund 1.000 versammelten Gläubigen, in klassisch-streitbarer Nationalrats-Manier, dem Innsbrucker Bischof Hermann Glettler eine Unmutsäußerung an den Kopf geworfen haben. "Du hättest besser Politiker bei den Grünen werden sollen – Frechheit!", wird er von Anwesenden zitiert.

Gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" erklärt Steiner, er habe die Äußerung nicht geschrien, sondern unmittelbar nach der Predigt und in dritter Person zu seiner Sitznachbarin gesagt. Dem widerspricht etwa Landtagsvizepräsident Dominik Mainusch (ÖVP), der von einem für "alle hörbaren" Zwischenruf berichtet, der "zum Fremdschämen" war.

"Echter Skandal"

Inhaltlich hält Steiner aber an seiner Aussage fest. Der Bischof habe 20 Minuten lang die FPÖ diskreditiert. "Das war der echte Skandal bei der Messe. Für mich als gläubiger und bekennender Katholik gehört parteipolitische linke Agitation nicht in eine Eucharistiefeier, das sollte der Bischof von Innsbruck verstehen und einsehen", sagt er zur TT.

Der letzte Aufreger rund um den "Tiroler Vorzugsstimmenkaiser" ist übrigens noch kein Jahr her. Ende Mai 2025 warf er im Nationalrat den anderen Parteien vor: "Ihr seid schuld an Massenvergewaltigungen" – und löste damit einen kleinen Tumult aus, der in einem Ordnungsruf gipfelte.

Was hat der Bischof gesagt?

Die Predigt des Bischofs ist übrigens im Wortlaut auf der Website der Diözese Innsbruck nachzulesen. Wovon könnte sich der FPÖ-Mann also angesprochen gefühlt haben? Gemeint sein kann nur folgende Passage:

"'Euer Herz lasse sich nicht verwirren!' Welch eine starke Zusage – und ein Auftrag gleich zu Beginn des heutigen Evangeliums! Innerlich nicht wirr werden, hineingerissen in einen Strudel, in dem man sich vor lauter Lügen und Manipulationen nicht mehr auskennt. Leider sind wir alle leicht verführbar. Vorsicht deshalb vor denen, die das Blaue vom Himmel versprechen: "Mit uns wird alles besser, alles gerechter. Mit uns kommt die gute alte Zeit zurück!" Das sind leere Worte. Und wenn dann jemand noch die Klaviatur von Neid, Hass und Verlustängsten beherrscht – gegen die Sozialbetrüger und "Völkerwanderer" – dann bitte Vorsicht: Es gibt nicht die einfachen Lösungen! Neid erzeugt Neid, Enthemmung führt zu weiterer Enthemmung und Hass produziert Hass. Wollen wir das? Gefährlich ist das Nicht-Zuhören und Drauflos-Behaupten."

{title && {title} } leo, {title && {title} } Akt. 04.05.2026, 13:44, 04.05.2026, 13:06
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen