Bei der traditionellen 1.-Mai-Kundgebung der FPÖ in Linz stellte Parteichef Herbert Kickl einmal mehr seine Linie klar. Die Veranstaltung bezeichnete er als Treffpunkt von "Normalität und Patriotismus", während er zeitgleich scharfe Kritik an politischen Mitbewerbern übte.
Im Zentrum stand einmal mehr die Bundesregierung, die Kickl als "schlechteste aller Zeiten" bezeichnete. Die FPÖ hingegen sei so stark wie nie zuvor – aktuelle Umfragen würden sogar Platz eins in Wien zeigen. Für den Freiheitlichen ein klares Zeichen: "Da liegt etwas Großes in der Luft."
Mit kämpferischen Worten stellte er seine Partei als einzige Kraft dar, die Österreich wieder auf Kurs bringen könne. "Ich werde nicht ruhen, bis dieses Ziel erreicht ist", so Kickl. Auch gegen die SPÖ und deren Maiaufmarsch schoss er scharf.
Besonders deutlich wurde der FPÖ-Chef beim Thema ORF. Er sprach von "täglichen Skandalen" und erhob schwere Vorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Kritik reichte von mutmaßlichen Missständen bis hin zu einem angeblichen "System der Erpressung". Kickl sprach auch über die kolportierten Drogenprobleme am Küniglberg: "Von Koksnasen soll es auch nur so wimmeln, da gibt es manche, bei denen es das ganze Jahr schneit."
Für den Freiheitlichen ist klar: Es brauche einen "totalen Systemwechsel" – inklusive Abschaffung der ORF-Haushaltsabgabe.
Auch in der Migrationspolitik forderte er einen harten Kurs. Neben einem Asylstopp brachte er erneut das FPÖ-Konzept der "Remigration" ins Spiel. Für Aufsehen sorgte dabei sein Konzept der Abschiebungspolitik: Statt einer "Airforce One" brauche es eine "Airbert One", so Kickl, der mit seinen Armen die Bewegung eines Abschiebefliegers imitierte.
Neben Migration und Medienpolitik sprach sich der FPÖ-Chef auch für steuerliche Entlastungen, weniger Bürokratie und ein Ende von Förderungen für "österreichfeindliche" Organisationen aus. Die aktuelle Regierung habe den Bezug zur Realität verloren, so seine Kritik.
Zum Abschluss richtete Kickl den Blick klar auf die nächste Nationalratswahl. Diese werde zur entscheidenden Richtungswahl – zwischen der FPÖ und einer "Einheitspartei" aus ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen. Seine Botschaft an die Anhänger: Der große Umbruch sei zum Greifen nah. "Wir brauchen nur noch eine einzige Wahl – dann beginnt eine neue Epoche, in der die Menschen sagen: Das ist eine gute Zeit, da geht es vernünftig und gerecht zu. Wenn wir Freiheitliche kommen, dann kommt Gerechtigkeit", rief Kickl.