Am Weg zur Arbeit rechnete "Heute"-Leser David (Name von der Redaktion geändert) mit vielem – aber nicht mit diesem Anblick: Am Wiener Schwedenplatz blieb er stehen, sein Blick richtete sich auf ein mysteriöses Plakat. Im Mittelpunkt: FPÖ-Chef Herbert Kickl.
Zu sehen ist eine inszenierte Szene, in der Kickl von Ungarns Ex-Premier Viktor Orbán, Kreml-Despot Wladimir Putin und dem US-Präsidenten Donald Trump umgeben ist. Der Hintergrund erinnert an eine EU-Institution, vermutlich das Europäische Parlament, mit EU-Flagge und Fahnen der Mitgliedsstaaten.
Die drei Politiker sind so dargestellt, dass sie auf Kickl einreden: Orbán flüstert ihm "EU sabotieren" ins rechte Ohr. Links sprechen gleich zwei Stimmen auf ihn ein – Putin und Trump. Der Kreml-Chef raunt "Freundschaftsvertrag! Krieg", während Trump mit markigen Worten nachlegt: "Ich bombardiere! Ihr zahlt!"
Zudem ist eine Hand zu sehen, die die Politiker – als Marionetten dargestellt – steuert. Das Plakat trägt die Überschrift "Kickls Freunde". Als zusätzliche Botschaft ist zu lesen: "Österreich braucht echte Patrioten! Keine Marionetten."
Das Plakat vermittelt den Vorwurf, dass sich Kickl mit Akteuren wie Trump, Orbán und Putin umgibt und von ihnen beeinflusst wird. Die Darstellung als Marionetten sowie die zugespitzten Aussagen unterstreichen dabei ein klares, kritisch zugespitztes Bild politischer Abhängigkeit und Einflussnahme.
Es ist unklar, wer hinter den Plakaten steckt. Ein Blick auf die Geschehnisse im Nationalrat vergangene Woche könnte Hinweise liefern. Dort fand eine von der ÖVP eingebrachte Aktuelle Europastunde statt, bei der die Abgeordneten u.a. über die Aus- und Nachwirkungen der Wahl in Ungarn diskutierten.
ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti kritisierte dabei die FPÖ stark und warf ihr vor, Akteure wie Viktor Orban und Donald Trump als Vorbilder zu sehen. "Wir brauchen keinen Trump-Orban-Fanclub in Österreich, sondern echte Patrioten", so der VP-General. Auf Facebook bekannte er sich dann auch zu der Aktion.