Am Tag der Arbeit fand in Linz die alljährliche 1. Mai-Kundgebung der FPÖ statt. Neben Auftritten von Stadtrat Michael Raml und ÖO-Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner sorgte vor allem die Rede von Parteiobmann Herbert Kickl für Furore. "Heute" berichtete ausführlich.
Besonders emotional wurde Kickl beim Thema ORF. Der Freiheitliche ließ angesichts der Skandale der letzten Wochen kein gutes Haar am Öffentlich-Rechtlichen. "Da bleibt einem die Spucke weg, was da alles an die Öffentlichkeit kommt", wetterte und sprach von "täglichen Skandalen."
Der FPÖ-Chef erhob schwere Vorwürfe: Im ORF wimmle es von "triebgesteuerten Lustmolchen", es gebe zudem ein "System der Erpressung". Kickl sprach auch über die kolportierten Drogenprobleme am Küniglberg: "Von Koksnasen soll es auch nur so wimmeln, da gibt es manche, bei denen es das ganze Jahr schneit."
In Richtung seiner Anhänger sagte er: "Und das Schlimmste ist, dass ihr das zahlen müsst – ob ihr wollt oder nicht". Es brauche einen "totalen Systemwechsel", inklusive Abschaffung der ORF-Haushaltsabgabe.
Beim Thema Migration wurde Kickl deutlich. Neben Forderungen nach Asylstopp und strengeren Regeln brachte er die von der FPÖ geforderte "Remigration" ins Spiel. Um das zu bewerkstelligen, brauche es keine Airforce One, sondern eine "Airbert One", so Kickl, der mit seinen Armen einen Flieger imitierte – "er wird hervorragend gebucht sein".
Am Ende richtete Kickl den Blick nach vorne – auf die nächste Nationalratswahl. Diese werde zur "Schicksalswahl", bei der es nur zwei Lager gebe: die FPÖ gegen eine "Einheitspartei" aus ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen. Seine Prognose: "Die guten Jahre sind zum Greifen nahe, wir brauchen nur noch eine einzige Nationalratswahl und dann treten wir in eine neue Epoche ein."