Die Entscheidung über die künftige ORF-Führung rückt näher – und das schneller als geplant. Der Stiftungsrat hat den Termin für die Bestellung des Generaldirektors oder der Generaldirektorin auf den 11. Juni vorgezogen. Klar ist: Ingrid Thurnher wird die Geschicke des ORF bis Ende 2026 lenken.
Nicht alle Mitglieder tragen diesen Schritt mit. Vertreter von Neos und Grünen im Stiftungsrat sowie der von der Bundesregierung entsandte Leonhard Dobusch stimmten gegen die Vorverlegung.
Erst vor wenigen Wochen hatten die Regierungsparteien das ORF-Gesetz geändert. Damit sollte den Stiftungsräten mehr Zeit eingeräumt werden, um ein faires, transparentes und nachvollziehbares Auswahlverfahren für ORF-Generaldirektor:innen zu gewährleisten – entsprechend den Vorgaben des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes.
Die Gesetzesnovelle brachte auch eine Verschiebung der Fristen: In diesem Jahr wurde die Ausschreibungsfrist um zwei Monate auf Mai vorgezogen, bei künftigen Bestellungen soll sie um drei Monate auf April verlegt werden.
Durch den nun früher angesetzten Wahltermin bleibt dennoch wenig Spielraum: Für die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber, die zum Hearing eingeladen werden, haben die Stiftungsräte nur 11 Tage Zeit.