Brisante Wende

Geheimberichte: "Polizei muss sofort bei ORF einreiten"

Der ORF musste seinen Stiftungsräten die Untersuchungsberichte in den Causen Weißmann, Ziegler und Schöber offenlegen. FP-Westenthaler ist entsetzt.
Newsdesk Heute
30.04.2026, 16:02
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"Sodom und Gomorrha ist ein Kaffeekränzchen verglichen mit den Zuständen, die am Küniglberg herrschen", zeigt sich FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler im "Heute"-Gespräch entsetzt über mehrere brisante Fälle.

Westenthaler: "DDR-Manier"

Wie berichtet, wurde dem Aufsichtsgremium Einsicht in die bisher unter Verschluss gehaltenen Untersuchungsberichte über mehrere problematische Fälle gewährt. Konkret handelt es sich um den Compliance-Bericht zu Ex-Intendant Roland Weißmann, den internen Untersuchungsbericht über ORF-3-Chef Peter Schöber, den Pensionsvertrag von Pius Strobl und die drei Rechtsgutachten dazu. Außerdem nun offengelegt: die Geschäftsführerverträge von ORF-Tochtergesellschaften.

FPÖ-Stiftungsrat Westenthaler konnte am Montag und Donnerstag darin schmökern – "passend zum ORF in DDR-Manier, in einem düsteren Kammerln. Ich musste mein Handy abgeben und bekam eine Aufpasserin zur Seite gestellt", so der Freiheitliche.

"Das erschüttert mich"

Er sei zur Geheimhaltung verpflichtet, könne daher inhaltlich gegenüber "Heute" nicht Stellung nehmen. Westenthaler sagt aber: "Was ich gelesen habe, erschüttert mich bis ins Mark. Ingrid Thurnher müsste innerhalb weniger Stunden handeln, die betroffenen Mitarbeiter sofort suspendieren und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstatten."

60 Leute seien befragt worden, die Berichte laut Westenthaler von bemerkenswerter Qualität: "Mir ist jetzt klar, warum sie in den Safe gewandert sind. Das Resümee der Untersuchungen in den Causen Schöber und Ziegler ist vernichtend. Wie verantwortungslos hier mit dem Geld der Gebührenzahler umgegangen wird, ist erschütternd."

"Massive Verdachtsmomente" bei Pensionsregelung

Angesichts des Rechtsgutachtens zur Pensionsregelung von Pius Strobl sagt er: "Für ihn gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung, meiner Meinung nach stehen aber derart massive Verdachtsmomente im Raum, dass die Polizei sofort am Küniglberg einreiten und die Unterlagen beschlagnahmen muss."

Bekanntlich hat der öffentlich-rechtliche Sender in seiner Bilanz 2,4 Millionen Euro für die Pension des Managers und nunmehrigen Gagenkaisers zurückgestellt. Er kommt auf eine Jahres-Gage von 468.856,32 Euro, macht geteilt durch 14 ein Monatsbrutto von 33.489 Euro – mehr als Bundespräsident Alexander Van der Bellen verdient.

Causa Weißmann: "Eine Intrige"

Auch zur vermeintlichen sexuellen Belästigung einer ORF-Mitarbeiterin durch Roland Weißmann hat er eine eindeutige Meinung: "Ich habe die Kommunikation der beiden sehr ausführlich studiert – wechselseitiges Geplänkel, wie bei Teenagern. Das ist doch eine Intrige, die hier gegen den ehemaligen Generaldirektor angezettelt wurde ..."

Warum das Wiener Wochenblatt dann nur ausgewählte Chatnachrichten veröffentlicht habe? "Das frage ich mich auch", so Westenthaler.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 30.04.2026, 16:05, 30.04.2026, 16:02
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