Eine ungewöhnliche Einladung sorgt jetzt für Aufsehen: Der 2022 in Wien gegründete Ukrainer-Verein Mrija hat FPÖ-Chef Herbert Kickl, Nationalratsabgeordnete Lisa Schuch-Gubik und Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer zu den orthodoxen Ostern an diesem Wochenende in die Ukraine eingeladen.
In einem am Freitag veröffentlichten Brief betont der Verein, dass es bei der Reise um Aufklärung geht: "Wir sind überzeugt, dass ein solcher Besuch dazu beitragen kann, bestehende Missverständnisse zu überwinden und ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern."
Das Angebot ist durchaus konkret: Die Reise für drei Personen ist laut Verein komplett bezahlt – inklusive Hin- und Rückfahrt mit dem FlixBus, Unterkunft und organisatorischer Begleitung vor Ort. Innerhalb von zwei Tagen sollen neben der Hauptstadt Kyjiw auch die frontnahen Städte Dnipro und Charkiw besucht werden.
Vereinschef Andrij Karioti möchte es Kickl, der seit 2022 noch nie in der Ukraine war, ermöglichen, sich zum ersten Mal persönlich ein Bild von den aktuellen Lebensrealitäten in dem von Wladimir Putin angegriffenen Land zu machen.
"Mein Bruder und ich haben beschlossen, diese Reise [...] zu finanzieren, damit ihr euch nicht darüber beschwert, dass Ukrainer das können und ihr nicht. Ihr müsst keinen Cent ausgeben", sagt er nicht ohne Spitze in Richtung der 10.000 Euro und mehr Spitzengehälter der Blauen.
Dabei sei dieses Wochenende für eine solche Reise so sicher, wie es nur möglich ist, betont Karioti: "Putin hat gesagt, dass es eine zweitägige Waffenruhe geben wird und alle in Sicherheit sind." Wer auf das Wort des Kreml-Kriegstreibers vertraut, sollte also keine Bedenken haben. "Wir warten mit großer Vorfreude auf Ihre Zustimmung und Rückmeldung."
Der Zeitpunkt ist jedenfalls sehr bewusst gewählt. Die Reise soll über die orthodoxen Osterfeiertage stattfinden – also genau dann, wenn viele ukrainische Kriegsvertriebene ihre Heimat besuchen. Genau das war zuletzt von FPÖ-Politikern scharf kritisiert ("Heimaturlaub auf Steuerzahlerkosten"; "Nur noch IRRE!") worden.
Sie ließen dabei aber unter den Tisch fallen, dass inzwischen die Mehrheit der Ukrainer in Österreich einer regulären Erwerbstätigkeit nachgeht.
Ukraine-Flüchtlingskoordinator des Bundes, Andreas Achrainer, hatte die Zahlen dazu bereits im Februar öffentlich gemacht: Rund 30.000 Ukrainer sind in den heimischen Arbeitsmarkt integriert. Weitere 29.400 Geflüchtete befinden sich in Grundversorgung, knapp die Hälfte davon sind allerdings arbeitsunfähige Pensionisten oder Kinder.