Tausende sterben für Mini-Ort

Schon 221.206 Tote! "Kennen jeden einzelnen namentlich"

Neue Auswertungen zeigen das enorme Ausmaß der russischen Verluste im Ukraine-Krieg - besonders rund um ein kleines Dorf eskaliert die Lage.
Newsdesk Heute
26.05.2026, 19:52
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Der Ukraine-Krieg fordert weiter massiv Menschenleben. Laut der aktuellen Auswertung des unabhängigen russischen Portals Mediazona wurden bisher 221.206 gefallene russische Soldaten namentlich bestätigt. Allein zwischen 9. und 23. Mai kamen 3.398 dazu.

Die Journalisten arbeiten dabei gemeinsam mit BBC News Russian und Freiwilligen. Sie sammeln öffentlich zugängliche Informationen wie Todesanzeigen, Berichte regionaler Behörden oder Postings von Angehörigen in sozialen Netzwerken.

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Heißt: Die Zahl kann nur das Minimum der Todesopfer zeigen, tatsächlich dürfte der Krieg des Kreml deutlich mehr russische Soldaten das Leben gekostet haben.

Besonders brisant: Zusätzlich greifen die Reporter auf Daten aus dem russischen Nachlassregister zurück. Gemeinsam mit dem Exilmedium Meduza wurde daraus eine Schätzung der Übersterblichkeit unter Männern erstellt. Damit wollen die Journalisten jene Toten sichtbar machen, die nie offiziell gemeldet wurden: Insgesamt 352.000 dürften es bis Jahresende 2025 gewesen sein.

Mehr als 7.100 tote Offiziere

Bis zum 22. Mai 2026 konnten laut Bericht bereits 7.147 tote Offiziere der russischen Armee und anderer Sicherheitsbehörden identifiziert werden. In rund 202.000 Fällen ist auch das genaue Todesdatum bekannt. Die Daten zeigen, wann die heftigsten Kämpfe tobten.

Auffällig ist auch das Alter der Gefallenen. In den ersten Monaten des Krieges starben vor allem sehr junge Soldaten zwischen 21 und 23 Jahren. Später änderte sich das Bild deutlich. Freiwillige und mobilisierte Männer sind laut den Daten wesentlich älter – viele über 30 Jahre alt.

Gänse queren ein Feld in der Nähe des Dorfs Mala Tokmatschka südlich von Saporischschja. Seit dieser Aufnahme vom 23. April 2022 ist der beschauliche Ort Schauplatz heftiger Kämpfe geworden. Mehr als 5.000 russische Soldaten sollen bei dem schon über 1500 Tage andauernden Versuch der Eroberung bereits gestorben sein.
APA-Images / AFP / ED JONES

Ein Dorf wird zum Symbol des Krieges

Besonders ausführlich analysiert Mediazona diesmal die Kämpfe rund um das ukrainische Dorf Mala Tokmatschka in der Region Saporischschja. Der Ort – im Oktober 2025 hatte er noch 5 Einwohner – entwickelte sich in russischen Militärblogs längst zum Symbol für die endlosen Kämpfe an der Front.

Russische Propagandisten sprechen seit Jahren von "Fortschritten" und der angeblichen "Befreiung" des Dorfes. Tatsächlich wird dort aber seit Februar 2023, seit mehr als 1500 Tagen, gekämpft – mit enormen Verlusten.

Laut den offiziellen russischen Register-Einträgen sollen nur 40 Soldaten direkt bei den Gefechten um Mala Tokmatschka gefallen sein. Interne Daten und Registereinträge deuten aber darauf hin, dass die tatsächliche Zahl viel höher liegt. Allein in den Bezirken rund um das Dorf könnten laut den geleakten Unterlagen bereits mehr als 5.300 Putin-Kämpfer ums Leben gekommen sein.

So schätzt das Institut für Kriegsstudien den aktuellen Frontverlauf rund um Mala Tokmatschka (Mitte, eng. "Mala Tokmachka").
ISW

"Flaggen-Einsätze" enden oft tödlich

Der Bericht beschreibt auch eine besonders brutale Taktik der russischen Armee. Einzelne Soldaten werden demnach vorgeschickt, um irgendwo an der Front eine russische Flagge zu platzieren. Eine Drohne filmt die Aktion, anschließend wird das Material als angeblicher Beweis für eine "Eroberung" verbreitet.

Doch die Realität sieht laut Mediazona oft anders aus. Viele dieser Soldaten sterben kurz nach dem Einsatz. Wirkliche Kontrolle über das Gebiet habe Russland dadurch meist nicht.

Trotzdem meldet Moskau weiterhin regelmäßig die "Befreiung" kleiner Ortschaften. Oft handle es sich laut Bericht nur noch um fast verlassene Dörfer mit wenigen älteren Bewohnern.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.05.2026, 20:53, 26.05.2026, 19:52
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